Klimaerwärmung

Der CO2-Überschuss verändert das Klima der Erde

Die Hauptursache für die klimatischen Veränderungen auf unserem Planeten ist das Kohlendioxid (CO2), das seit 650'000 Jahren noch nie in solch ungeheuren Mengen in der Luft vorgekommen ist. Es akzentuiert die Kapazität der Erdatmosphäre, die Sonnenwärme durch den Treibhauseffekt zu speichern. Die Ursachen des Übermasses an CO2 sind bekannt: einerseits die Entwaldung, aber zur Hauptsache der ungezügelte Verbrauch von fossilen Brennstoffen: Heizöl, Benzin, Erdgas und Kohle.  

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Zivilisation – CO2

Die Bewohner von Nordamerika verzeichnen den grössten CO2-Ausstoss pro Kopf. Sie werden dicht gefolgt von anderen Weltregionen, in denen ein industrieller und motorisierter Lebensstil vorherrscht: Europa, Japan, Grossstädte in Asien und Südamerika.

Zählt man das gesamte, von allen Ländern ausgestossene CO2 zusammen, ist darin dasjenige zur Herstellung und zum Transport der importierten Güter nicht enthalten. Daher müsste man eigentlich einen grossen Anteil des von China ausgestossenen CO2 zur Rechnung derjenigen Länder hinzuzählen, welche Industrieprodukte konsumieren.

Ist dies das Ende des Golfstroms?

Der Golfstrom ist eine Meeresströmung im Atlantik, die relativ warmes Wasser vom Golf von Mexiko bis nach Europa führt. Da der Nordatlantik wärmer wird, könnte dieser Strom ausbleiben. Der Nordosten Europas könnte sich verändern, und schliesslich dasselbe Klima wie Kanada haben.

Auch wenn sich unser Planet allgemein erwärmt, gibt es Regionen, in denen die klimatischen Veränderungen zu einer Absenkung der Temperaturen führen.

Es schmilzt im Norden

Der Nordpol weist kein Festland auf, vielmehr formt der gefrorene Ozean eine mehrere Meter dicke schwimmende Insel aus Eis: das Packeis. Seit 1950 hat sich seine Oberfläche im Frühjahr und Sommer zwischen 10 und 15% verringert. In der selben Zeitspanne hat die Eisdicke 40% abgenommen.

Von weit her

Der Meerestransport verursacht 3 bis 4% der gesamten CO2-Emissionen. Um Güter zu uns kommen zu lassen, ist es natürlich viel vernünftiger und kostengünstiger, wenn Schiffe statt Flugzeuge verwendet werden. Aber warum Produkte kaufen, die von anderen Ende der Welt stammen - Wein aus Chile, Äpfel aus Südafrika, Lammfleisch aus Neuseeland, Bohnen aus Kenia, Holz aus Indonesien - wo diese Produkte doch auch in unserer Region vorkommen? Um die umweltbelastenden Transporte zu verringern, kann man lokal produzierte Güter bevorzugen und Saisonfrüchte und -gemüse kaufen, die auf natürliche Weise gereifte sind (denn die Gewächshausproduktion benötigt auch Heizöl oder Gas).

Tropenkrankheiten im Vormarsch

Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, dass die klimabedingte Erwärmung zur Ausbreitung bestimmter Krankheiten führt wie Malaria, die sich auf Regionen ausdehnen wird, die bisher von ihr verschont geblieben sind, zum Beispiel in Richtung Europa. Bestimmte Mücken, die solche Krankheiten übertragen können, wurden bereits im Tessin beobachtet.

Die Alpen erwärmen sich

Die Schweiz ist eines der am stärksten von der Klimaerwärmung betroffenen Länder: +1,5 Grad Celsius im Laufe der letzten einhundert Jahre, gegenüber +0,6 Grad des weltweit gemessenen Mittels. Seit 1850 sind nicht weniger als 250 Gletscher unseres Landes weggeschmolzen. In den Ebenen leidet die Vegetation unter Trockenheit, zum Beispiel im Wallis und Tessin, wo sich Grasland in Steppen verwandelt.

Der Meeresspiegel steigt

Je nach Kontinent ist der Meeresspiegel im Verhältnis zum Jahr 1900 bereits um ungefähr 10 bis 25 cm gestiegen. Bis ins Jahr 2100 dürfte das Niveau noch einmal etwa 38 bis 55 cm steigen. Dies ist das wahrscheinlichste aller Szenarien, aber die pessimistischsten Wissenschaftler haben einen doppelt so hohen Anstieg berechnet.

Mehr Regen im Winter

Die Erwärmung der Erde erhöht die Wasserverdunstung, was sich auf die Niederschläge auswirkt. In der nördlichen Hälfte Europas werden die Sommer trockener und die Winter niederschlagsreicher. Winterliche Starkniederschläge, die zu Überschwemmungen führen, dürften in Zukunft noch häufiger werden.

Holzschlag ohne Unterbruch

Die Entwaldung schreitet ungehindert fort, sowohl in Amazonien wie auch in anderen zahlreichen Weltregionen (Borneo, Zentralafrika, Westafrika...). Damit man sich nicht ungewollt daran beteiligt, lohnt es sich beim Kauf von Möbeln oder Bauholz zu überprüfen, dass es sich um lokal gewachsenes Holz handelt, das mit dem FSC-Label oder dem "Q" (Schweizerqualität) ausgezeichnet ist.

Die Wüste wächst

Die Klimaerwärmung führt in bestimmten Weltregionen zu Hungerkatastrophen, da die Niederschläge zu selten werden, um Viehwirtschaft oder Ackerbau zu betreiben. Für Afrika rechnet die UNO damit, dass sich die Trockengebiete bis ins Jahr 2080 von 50 auf 90 Millionen Hektaren vergrössern werden, was das Risiko für Hungerkatastrophen in diesem Kontinent vergrössert.

Ausdehnung der Ozeane

Aufgrund der Klimaerwärmung steigt die Temperatur der Ozeane an. Dies bedeutet, dass ihr Wasser sich ausdehnt und deshalb mehr Raum benötigt. Folglich steigt der mittlere Wasserstand der Meere. Dieses Phänomen, das zum Abschmelzen der Gletscher und Polkappen hinzukommt, steht am Anfang der Erhöhung des Meeresspiegels.

Immer mehr Erdöl

Im Nahen und Mittleren Osten war die Erdölförderung noch nie so gross wie heute; und das Angebot kann kaum die immer weiter steigende weltweite Nachfrage befriedigen. Auch wenn Asien (China und vor allem Indien) immer mehr Erdöl verbrauchen, so wird dennoch in Europa und Nordamerika am meisten Erdöl verbrannt, zwei Weltregionen, denen es nicht gelingt, ihren Verbrauch zu bremsen.

Überschwemmungen

Überall in der Welt hat man Häuser am Meeresrand oder in überschwemmbaren Gebieten gebaut. Angesichts der steigenden Meeresspiegel müsste man zwischen massiven Infrastrukturbauten oder der Umsiedelung der Bevölkerung wählen. Bangladesh ist aufgrund seiner grossen Bevölkerungsdichte und seiner geringen Mittel besonders gefährdet.

Freisetzung von Methangas

In Sibirien wie auch im Norden von Kanada und Alaska ist die Klimaerwärmung besonders deutlich, vor allem im Winter. Sie bringt nicht nur Wald in borealen Zonen aus dem Gleichgewicht, sondern droht auch den Permafrost aufzutauen (d.h. dauernd gefrorener Boden) - wodurch immense Mengen an Methangas (CH4) in die Atmosphäre freigesetzt würden. Dieses Gas, das bei der natürlichen Verrottung in Torfmooren entsteht, würde den Treibhauseffekt und deshalb auch die Erwärmung der Erde dramatisch verstärken - seine Freisetzung wäre ein katastrophaler Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt.

Brennstoff zur Elektrizitätsgewinnung

Der Hauptteil der weltweit hergestellten Elektrizität wird in Heizkraftwerken produziert, die für einen Viertel des durch uns Menschen verursachten CO2s verantwortlich sind. Sie verbrennen Kohle, Erdöl oder Erdgas, um Wasser zu erwärmen, und der dabei entstehende Dampf treibt Turbinen an, die Strom erzeugen. Diese Fabriken tragen auch zur Umweltverschmutzung bei.

Stromsparen ist deshalb auch aktiver Schutz von Luft und Klima.

Grosser CO2-Emittent

Weltweit nimmt der Luftverkehr um mindestens 5% pro Jahr zu. Diese Transportweise verbraucht sehr viel Treibstoff. Ausserdem stossen die Flugzeugturbinen CO2 und Schadstoffe in grosser Lufthöhe aus, wo ihre Auswirkungen auf das Klima besonders schädlich sind.

Kleine Inseln in Gefahr

Auf Grund des angestiegenen Meeresspiegels musste die Bevölkerung mehrerer kleiner Inseln der Malediven bereits evakuiert werden. Wenn sich nichts ändert, werden in hundert Jahren zahlreiche auf der Welt verstreuten Inselgruppen von der Landkarte verschwunden sein...

Zu salzig!

Viele Grossstädte, die an den Küstenregionen liegen - wie Jakarta, Manila, Bangkok oder Shanghai -, werden schwerwiegende Probleme bei der Trinkwasserversorgung haben, und zwar ebenfalls auf Grund der durch die Klimaerwärmung verursachten steigenden Meeresspiegel. Dieses Problem wird früher eintreffen als starker Wellengang, der diese Küsten bedrohen wird. In bestimmten Regionen ist bereits Salzwasser in poröses Felsgestein eingedrungen und hat sich mit dem Süsswasser des Grundwassers vermengt, das sich dadurch immer weniger als Trinkwasser eignen wird.

Bedrohte Korallenriffe

Korallenriffe (die von vielen Arten winzigkleiner Seeanemonen gebaut werden) bieten einer Vielzahlt von Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Schutz. Weltweit sind bereits viele Riffe abgestorben, andere befinden sich wegen der wärmer werdenden Wassertemperaturen in schlechtem Zustand.

Ein totes Korallenriff ist auch für Bevölkerungen, die von Fischfang leben, ein grosser Verlust.

Es schmilzt im Süden

Die Antarktis ist ein Festland, das von sehr dicken Gletschern überzogen und von Packeis umgeben ist. Nun aber beginnt die riesige Fläche des im Westen dieses Kontinents gelegenen Packeises von unten her wegzuschmelzen. In den nächsten Jahren werden mehrere Quadratkilometer grosse Eisblöcke abbrechen, was nicht nur für die Pinguine, sondern auch für den Meereskreislauf problematisch werden wird.