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Flugzeug

Mit dem Flugzeug unterwegs

Flugreisen verzeichnen ein jährliches Wachstum von rund 5%, vor allem wegen der günstigen Preise der Billigfluggesellschaften ("Low Cost Airlines"). Als Folge davon steigt der Anteil der zivilen Luftfahrt an der erhöhten CO2-Verschmutzung in der Atmosphäre stetig weiter und macht gegenwärtig 13% aller Emissionen von Transportmitteln aus.

Der Durchschnittsschweizer legt jedes Jahr für Ferien- oder Geschäftsreisen 4500 km mit dem Flugzeug zurück. Die meisten Destinationen befinden sich in den Nachbarländern, die man oft auch mit dem Zug erreichen könnte, ohne dabei die Umwelt so stark zu belasten.

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Globale Auswirkungen

Die von den Triebwerken in grosser Höhe emittierten Gase tragen ca. zweimal so stark zum Treibhauseffekt bei, als wenn sie am Boden ausgestossen würden. Wenn man mit dem Flugzeug verreist, kann man aber die dadurch entstehenden CO2-Emissionen kompensieren. Die erste Option besteht darin, einen Preiszuschlag zu zahlen, der in ein Projekt zur Reduzierung der CO2-Emissionen fliesst (z.B. das Pflanzen von Bäumen). Eine weitere Option: Man denkt sich eine "massgeschneiderte" Kompensation aus und ändert sein Verhalten. Man kann beispielsweise beschliessen, nur noch regionale Lebensmittelprodukte zu kaufen (kurze Transportwege). Oder man verzichtet darauf, mit dem Auto oder Motorrad zur Arbeit zu fahren.

Kosten

Die Billigfluggesellschaften locken mit sagenhaft tiefen Angeboten. Bevor man sich aber zugunsten des Flugzeugs und gegen den Zug entscheidet, sollte man den tatsächlichen Preis eines Rückflugtickets mit sämtlichen Zusatzkosten ausrechnen, wie Flughafentaxen, die Transferkosten ins Stadtzentrum und das Parkhaus, wenn man sein Auto am Flughafen stehen lässt. Auch für Verpflegung gibt man am Flughafen mehr aus als an einem Bahnhof.

Dauer der zurückgelegten Strecken

Möchte man mit dem Flugzeug in ein nahe gelegenes Land reisen, sollte man bedenken, dass die Flughäfen oft weit ausserhalb des Stadtzentrums liegen und dass der Transfer zum und vom Flughafen zur reinen Flugzeit hinzugezählt werden muss. Ganz zu schweigen von der Wartezeit beim Check-in, bei der Sicherheitskontrolle und bei der Gepäckausgabe. Im Vergleich zum Zug, der direkt ins Stadtzentrum fährt, sind Flugzeuge statistisch gesehen öfter verspätet. In Europa starten rund 25% der Flüge mit über 15 Minuten Verspätung.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Während des Flugs erfolgt in der Passagierkabine des Flugzeugs ein Druckausgleich, mit dem dieselben Bedingungen geschaffen werden wie auf 1800 m über Meer. Der Sauerstoffgehalt sinkt nur geringfügig, doch man spürt die Druckschwankungen in den Nebenhöhlen und in den Ohren. Bei starkem Schnupfen empfiehlt es sich, vor dem Flug etwas dagegen zu unternehmen. Und wenn man auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen ist, sollte man sie in der Originalverpackung auf sich tragen, um Probleme bei der Sicherheitskontrolle zu vermeiden und sie gegebenenfalls zur Hand zu haben, wenn das Gepäck verspätet eintrifft. Das Risiko einer Thrombose in den unteren Gliedmassen (verstopfte Vene) durch langes Sitzen lässt sich umgehen, indem man sich bewegt, um den Blutkreislauf anzuregen. Und wenn Beine und Füsse schnell anschwellen, kann man Stützstrümpfe tragen.

Lärm

Es ist allgemein bekannt, dass Flugzeuge sehr laut sind. Auf 25 Meter Entfernung übersteigt der Krach eines startenden Fliegers die Schmerzgrenze (140 dB). Bei einer Distanz von 300 Metern sind es noch ca. 120 dB, also deutlich mehr als der Musikpegel an einem Rockkonzert.

In der Schweiz gilt für Wohngebiete in der Nähe von Zivilflughäfen ein Maximalwert von 65 dB, während für Anwohner von Strassen und Eisenbahnlinien ein dreimal tieferer Wert festgelegt wurde (nämlich 60 dB - es handelt sich um eine logarithmische Skala).

Mit einem Klick auf das Ohr gelangen Sie zum Themenbereich Lärm des Bundesamts für Umwelt.

Treibstoff

Das Kerosin, der Treibstoff auf Erdölbasis, der für Düsenmotoren verwendet wird, wird wesentlich tiefer besteuert als Kraftstoffe für Autos, was zum Teil die günstigen Preise der Flugtickets erklärt. Die zivile Luftfahrt unterliegt auch nicht den Bestimmungen des Kyoto-Protokolls, dessen Ziel es ist, die Klimaerwärmung aufzuhalten.

Auf einem kurzen Flug verbraucht man ungefähr gleich viel Treibstoff (und produziert gleich viel CO2) pro Passagier, wie wenn man dieselbe Strecke zu zweit in einem Auto zurücklegen würde. Ein Wochenend-Trip mit dem Flieger in eine europäische Stadt in 1500 km Entfernung belastet die Atmosphäre enorm - man könnte ebenso gut zwei Tage lang nonstop im Auto herumfahren...