Japankäfer, Asiatische Hornisse, Tigermücke, Asiatischer Marienkäfer, Grosse Drüsenameise und Marmorierte Baumwanze: Diese sechs invasiven gebietsfremden Arten sind immer häufiger in unseren Gärten anzutreffen und finden mitunter sogar den Weg ins Haus. Doch wie erkennt man sie und mit welchen einheimischen Insekten dürfen sie nicht verwechselt werden? Weshalb stellen Sie ein Problem dar? Und vor allem: Was tun, wenn man sie im Garten entdeckt?
Japankäfer – Popillia japonica
Dieser kleine Käfer stammt ursprünglich aus Japan und wurde 2017 erstmals in der Schweiz nachgewiesen.
Erkennungsmerkmale:
- Ähnelt einem kleinen Maikäfer
- Etwa 1 cm lang
- Metallisch grün schimmernder Kopf und Halsschild
- Weisse Haarbüschel am Hinterleib: je fünf an den Seiten und zwei grössere am Hinterteil
Verwechslungsgefahr:
Der Japankäfer sollte nicht mit folgenden einheimischen Käfern verwechselt werden:
- Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola)
- Einjähriger Junikäfer (Amphimallon majale)
- Gemeiner Junikäfer (Amphimallon solstitiale)
- Feldmaikäfer (Melolontha melolontha)
- Rosenkäfer (Cetonia aurata)
Schadenspotenzial:
Dieser ausgesprochen gefrässige Schädling befällt mehr als 400 Pflanzenarten in natürlichen Lebensräumen, landwirtschaftlichen Kulturen und Grünflächen. Die Larven des Japankäfers ernähren sich von Wurzeln verschiedener Gräser und schädigen so Wiesen und Rasenflächen.
Empfohlenes Vorgehen:
Fangen Sie den Käfer ein – keine Sorge, er ist harmlos –, frieren Sie ihn ein und fotografieren Sie ihn. Notieren Sie zudem den genauen Fundort und melden Sie den Fund umgehend dem zuständigen kantonalen Pflanzenschutzdienst (siehe Kontaktdaten ganz unten auf der entsprechenden Webseite des Bundesamts für Landwirtschaft).
Asiatische Hornisse – Vespa velutina
Diese aus Asien stammende Hornissenart gelangte 2004 nach Europa und wurde 2017 erstmals in der Schweiz beobachtet.
Erkennungsmerkmale:
- Schwarze Grundfärbung
- Breite orange Binde am Ende des Hinterleibs
- Gelbe Beinenden
Verwechslungsgefahr:
Verwechslungsgefahr besteht mit der Europäischen Hornisse (Vespa crabro), die jedoch die folgenden Erkennungsmerkmale aufweist:
- Überwiegend gelber Hinterleib mit einzelnen schwarzen Punkten
- Rotbraune Grundfärbung von Kopf, Brust und Beinen
- Etwas grösser als die Asiatische Hornisse
Ausserdem ist die Asiatische Hornisse auch schwierig von manchen Wespenarten wie der Mittleren Wespe (Dolichovespula media) zu unterscheiden.
Schadenspotenzial:
Die Asiatische Hornisse macht Jagd auf zahlreiche einheimische Insektenarten, insbesondere auf Bienen, für die sie eine erhebliche Bedrohung ist. Für den Menschen ist sie nicht gefährlicher als die Europäische Hornisse.
Empfohlenes Vorgehen:
Versuchen Sie nicht, das Nest selbst zu entfernen. Melden Sie den Fund stattdessen über die Schweizer Meldeplattform für die Asiatische Hornisse.
Asiatische Tigermücke – Aedes albopictus
Es handelt sich um eine kleine Stechmücke aus Südostasien, die vorwiegend im Siedlungsgebiet anzutreffen ist.
Erkennungsmerkmale:
- Weisse Linie vom Kopf bis zum Rücken
- Schwarz-weiss gestreifte Beine (Merkmal auch bei der Koreanischen Buschmücke Aedes koreicus und der Asiatischen Buschmücke Aedes japonicus vorhanden)
- Weisse Hinterbeinenden (Merkmal bei beschädigten Individuen nicht immer erkennbar)
- Kleiner als einheimische Stechmücken
- Tagaktiv
Verwechslungsgefahr:
Die Tigermücke kann mit anderen Stechmückenarten verwechselt werden, deren Beine ebenfalls gestreift sind.
Schadenspotenzial:
Die Asiatische Tigermücke kann das Dengue-, das Chikungunya- und das Zika-Virus übertragen. Nicht alle Individuen sind Träger dieser Krankheitserreger.
Empfohlenes Vorgehen:
Beseitigen Sie mögliche Brutstätten wie kleine Wasseransammlungen. Bereits etwas mehr als ein Zentimeter Wassertiefe genügt der Tigermücke zur Eiablage (z. B. in Giesskannen, in Untersetzern oder auf Abdeckplanen). Füllen Sie die Untersetzer mit Sand, damit sich kein Wasser ansammeln kann. Teiche und Weiher stellen in der Regel kein Problem dar, da natürliche Fressfeinde die Mückenlarven fressen. Melden Sie den Fund über das Schweizerische Mückennetzwerk, auch wenn Sie sich nicht sicher sind, um welche Art es sich handelt.
Asiatischer Marienkäfer – Harmonia axyridis
Der aus China stammende, 5 bis 8 mm grosse Marienkäfer wurde in den 1980er-Jahren gezielt in Europa eingeführt, um Schädlinge wie Blattläuse zu bekämpfen.
Erkennungsmerkmale:
- Eher grosser Marienkäfer mit variabler Färbung und Zeichnung
- Möglicherweise schwer von einheimischen Marienkäfern zu unterscheiden
- Drei Hauptformen (doch es gibt noch weitere):
- Färbung succinea: Grundfarbe rot oder gelb, variable Anzahl schwarzer Punkte (0 bis etwa 20); schwarzes M (a) oder – je nach Blickwinkel – W auf dem Halsschild; teilweise weniger stark ausgeprägte M- oder W-Form, die eher einem Katzenpfotenabdruck (b) ähnelt
- Färbung conspicua: Grundfarbe schwarz mit zwei grossen roten oder gelben Flecken; schwarzes Trapez auf dem Brustschild, ohne M- oder W-Zeichnung
- Färbung spectabilis: Färbung wie conspicua, aber vier statt zwei Flecken
- Bilden im Herbst oft grosse Schwärme in der Nähe von Gebäuden
Verwechslungsgefahr:
Folgende einheimische Marienkäfer weisen teilweise ähnliche Merkmale auf:
- Der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata): Auch er kann rot mit einer schwarzen M- bzw. W-förmigen Zeichnung auf dem Halsschild oder schwarz mit roten Flecken sein. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind die Beine: Beim Zweipunkt-Marienkäfer sind sie schwarz, beim Asiatischen Marienkäfer hingegen gelbbraun.
- Der Zehnpunkt-Marienkäfer (Adalia decempunctata): Er ist nur schwer vom Asiatischen Marienkäfer zu unterscheiden. Der Halsschild weist meist ein Katzenpfotenmuster auf. Die Färbung kann stark variieren, ebenso wie die Zahl der Punkte, die – anders als sein Name vermuten liesse – zwischen 0 und 10 liegen kann. Die Beine sind gelblich-braun gefärbt. Der Zehnpunkt-Marienkäfer ist allerdings meist deutlich kleiner als der Asiatische Marienkäfer.
Europäische Marienkäfer dringen normalerweise nicht in grosser Zahl in Gebäude ein.
Schadenspotenzial:
- Er ernährt sich mitunter auch von einheimischen Insekten – etwa Marienkäfern – sowie von Eiern von Schmetterlingen und Schwebfliegen.
- Einheimische Marienkäfer können sich mit einem tödlichen Pilz infizieren, wenn sie Larven oder Eier eines befallenen Asiatischen Marienkäfers fressen. Letzterem schadet der Pilz jedoch nicht.
- Befinden sich Käfer bei der Ernte auf den Früchten, können sie den Geschmack von Wein und Säften verderben.
Empfohlenes Vorgehen:
Die Ausbreitung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass eine vollständige Beseitigung nicht mehr möglich ist. Wurde die Art eindeutig erkannt, können die Tiere eingefangen und durch Einfrieren getötet werden.
Die Grosse Drüsenameise – Tapinoma magnum
Die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatete Ameise wurde 2012 erstmals in der Schweiz nachgewiesen. Sie wurde versehentlich in Töpfen mit Sträuchern (etwa von Oliven- und Bananenbäumen oder Palmen) eingeschleppt.
Erkennungsmerkmale:
- Kleine schwarze Ameise, deren Arbeiterinnen unterschiedlich gross sind (etwa 2 bis 4 mm)
- Sehr gut sichtbare Ameisenstrassen mit Hunderten oder Tausenden von Individuen
- Sehr grosse unterirdische Nester, oft von kleinen Erdhaufen oder Aufschüttungen von Sand umgeben, ähnlich wie bei anderen Ameisen, aber weitaus auffälliger
- Reagiert im Vergleich zu einheimischen Ameisen besonders empfindlich und aggressiv auf Störungen ihrer Nester
- Riecht beim Zerdrücken nach ranziger Butter
- Kurioses Detail: Katzen scheinen den Geruch zu lieben
Verwechslungsgefahr:
Die Ameisen Tapinoma erraticum (und andere Tapinoma-Arten) sehen ihr zum Verwechseln ähnlich:
- Verströmt wie Tapinoma magnum einen Geruch nach ranziger Butter, wenn sie zerdrückt wird
- Arbeiterinnen von Tapinoma erraticum sind alle etwa gleich gross; stark unterschiedliche Körpergrössen deuten auf Tapinoma magnum hin
- Wird das Nest gestört, verlegt Tapinoma erraticum es häufig an einen anderen Ort
- Wesentlich kleinere Nester als jene von Tapinoma magnum
Auch mit der Schwarzen Wegameise (Lasius niger) besteht Verwechslungsgefahr:
- Sehr weit verbreitete einheimische Art; kleinere Kolonien mit nur einer Königin pro Nest; relativ kleine Ameisenstrassen der Arbeiterinnen; riecht beim Zerdrücken nicht nach ranziger Butter
Schadenspotenzial:
- Sie konkurriert mit einheimischen Ameisen um Nahrung und Lebensraum und droht, diese zu verdrängen.
- Mit mehreren Königinnen pro Kolonie bildet diese Art riesige Völker und lässt sich nur sehr schwer bekämpfen.
- Sie könnte für die Landwirtschaft zum Problem werden.
- Wird sie auf einer Baustelle entdeckt, kann dies zu einem Baustopp führen, da ihre Ausbreitung unbedingt verhindert werden muss.
- Sie sticht nicht und ist für den Menschen ungefährlich. Fühlt sie sich jedoch gestört, beisst sie zu, was besonders bei grösseren Ansammlungen unangenehm sein kann.
Empfohlenes Vorgehen:
- Sie mit eigenen Mitteln zu bekämpfen ist so gut wie aussichtslos. Die im Handel erhältlichen Insektizide nützen nichts und schaden vor allem der lokalen Tierwelt. Ziehen Sie Fachpersonen bei, die auf die Bekämpfung dieser Ameisenart spezialisiert sind und über die entsprechende Genehmigung verfügen.
- Transportieren Sie sie keinesfalls Erde von einem Ort zum anderen, da sonst Königinnen verschleppt werden könnten. Prüfen Sie beim Kauf neuer Pflanzen – insbesondere von Olivenbäumen – sorgfältig, ob sich darin keine Ameisen befinden.
- Entnehmen Sie wenn möglich mindestens ein Dutzend Ameisen und melden Sie den Fund der zuständigen Stelle in Ihrem Kanton: Genf (Französisch), Wallis, Waadt (Französisch).
Marmorierte Baumwanze (Stinkwanze) – Halyomorpha halys
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Art wurde 2004 erstmals in der Schweiz beobachtet.
Erkennungsmerkmale:
- Braune Grundfarbe, rund 17 mm lang
- Kein Dorn auf der Bauchseite, im Gegensatz zur Grauen Feldwanze (Raphigaster nebulosa)
- Zwei weisse Ringe an den Fühlern
- Streifen auf dem unteren, durchsichtigen Teil der Flügel (Flügelmembran)
Verwechslungsgefahr:
Verwechslungsgefahr besteht mit der Grauen Feldwanze (Raphigaster nebulosa), einer europäischen Art, die folgende Merkmale aufweist:
- Sieht der Marmorierten Baumwanze in Farbe und Form sehr ähnlich
- Zum Kopf weisender Dorn auf der Bauchseite und Punkte auf dem Hinterleib
- Drei weisse Ringe an den Fühlern
- Punkte auf dem unteren, durchsichtigen Teil der Flügel (Flügelmembran)
Schadenspotenzial:
Sie kann erhebliche Schäden an Obst und Gemüse anrichten, stellt für den Menschen aber keine Gefahr dar.
Empfohlenes Vorgehen:
Sie kann durch Einfrieren abgetötet werden.
