Batteriespeicher für zu Hause: Was Sie vor der Anschaffung wissen sollten

Wer eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) besitzt, denkt früher oder später darüber nach, den selbst erzeugten Strom mithilfe einer Batterie zu speichern. Doch vor der Anschaffung gilt es so einiges zu klären: Mit welchen Kosten ist zu rechnen? Wann lohnt sich die Investition und worauf sollte man achten? Gibt es Förderbeiträge? Und wie sieht die Ökobilanz von Heimbatterien aus?

Ein Haus mit Solarpanels auf dem Dach und einer Batterie im Innern.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Welche Vorteile bietet ein hauseigener Batteriespeicher?

Ein Batteriespeicher oder Stromspeicher ermöglicht es Ihnen in erster Linie, mehr von Ihrem eigenen Solarstrom zu nutzen und gleichzeitig Ihren Selbstversorgungsgrad zu steigern. Zur Veranschaulichung ein konkretes Beispiel: Nehmen wir an, Ihr Haushalt verbraucht jährlich 4’500 kWh Strom. Wenn Ihre Solarmodule insgesamt 7’000 kWh Strom produzieren und Sie davon 2’000 kWh direkt verwenden, beläuft sich Ihr Eigenverbrauchsanteil auf 29% (2’000/7’000) und Ihr Selbstversorgungsgrad auf 44% (2’000/4’500). Mit anderen Worten: Sie nutzen nur 29% des von Ihnen erzeugten Stroms selbst, decken damit aber 44% Ihres gesamten Strombedarfs ab. Diese Werte liegen relativ deutlich unter 100%, da Ihre PV-Anlage vor allem tagsüber Strom produziert, Sie jedoch einen grossen Teil davon erst am Abend benötigen. Hinzu kommt, dass die Solaranlage ausgerechnet in den verbrauchsintensiven Monaten von November bis Februar vergleichsweise wenig Strom erzeugt.

Ein hauseigener Batteriespeicher speichert den tagsüber generierten Solarstrom und stellt ihn abends und nachts für die Haushaltsgeräte bereit. Dadurch können Sie mehr von Ihrem eigenen Solarstrom nutzen und einen höheren Anteil Ihres Strombedarfs selbst decken. Mit einem intelligenten Energiemanagementsystem (EMS) lassen sich zudem Spitzen bei der Einspeisung von Solarstrom ins Netz reduzieren, wie die folgende Grafik veranschaulicht:

Grafik zur Veranschaulichung der Energieflüsse zwischen Stromnetz, Solaranlage und Batteriespeicher

Wie viel meines Solarstroms verbrauche ich selbst (Eigenverbrauchsanteil)?

Wie hoch Ihr Eigenverbrauch ist, erfahren Sie normalerweise bei Ihrem Stromnetzbetreiber, der Ihren überschüssigen Solarstrom abkauft. Bevor Sie über die Anschaffung einer Heimspeicherbatterie nachdenken, sollten Sie zunächst sicherstellen, dass Sie im Haushalt möglichst viel Ihres selbst produzierten Solarstroms verbrauchen. Programmieren Sie dazu beispielsweise Geräte wie Waschmaschine und Elektroboiler so, dass sie dann laufen, wenn die Sonneneinstrahlung besonders hoch ist. Nutzen Sie sonnenreiche Stunden auch dazu, um die Wärmepumpe  zu betreiben oder ein Elektrofahrzeug aufzuladen. Auf diese Weise können Sie Ihren Eigenverbrauch weiter steigern.

Siehe auch: Wie viele Solarmodule benötige ich, um mein Elektrofahrzeug aufzuladen?

Neue Regeln für die Einspeisung von Solarstrom

Der rasche Ausbau der Photovoltaik kann dazu führen, dass an sehr sonnigen Tagen Leistungsspitzen bei der Einspeisung entstehen, die das Stromnetz lokal überlasten können. Um die Netzsicherheit zu gewährleisten und den Anschluss weiterer PV-Anlagen zu ermöglichen, wird die Einspeisung von Solarstrom künftig limitiert (netzdienliche Einspeiseregelung). Durch diese technisch notwendige Begrenzung gehen höchstens 3% der Jahresproduktion verloren. Mit einem stationären Batteriespeicher im Haus kann der überschüssige Solarstrom gespeichert und später genutzt werden. Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) schlägt zwei Umsetzungsvarianten vor.

Wie gross ist der Unterschied zwischen meinem Strompreis und der Einspeisevergütung?

Der ins Netz eingespeiste Solarstrom wird zum vierteljährlichen Referenz-Marktpreis vergütet, der vom Bundesamt für Energie (BFE) berechnet und veröffentlicht wird. Es gilt jedoch eine Mindestvergütung. So erhalten PV-Anlagen mit einer Leistung von weniger als 30 kW mindestens 6 Rappen pro kWh. Zusätzlich kann eine Vergütung für den Herkunftsnachweis (HKN) ausgerichtet werden. In gewissen Gemeinden werden insgesamt bis zu 12 Rappen pro kWh vergütet. Ein Batteriespeicher ermöglicht es Ihnen, einen grösseren Anteil Ihres Solarmstroms selbst zu nutzen, anstatt ihn an Ihren Stromversorger zu verkaufen. Entsprechend müssen Sie weniger Strom von Ihrem Stromanbieter beziehen, bei dem eine kWh in der Regel zwischen 10 und 44 Rappen kostet (bei einem Medianpreis von 27 Rp. pro kWh).

Die Differenz zwischen dem Strompreis und der Vergütung pro kWh kann somit gering sein – mindestens 4 Rappen – oder bis zu 38 Rappen pro kWh betragen. Je grösser der Unterschied, desto eher lohnt sich ein Batteriespeicher für zu Hause. Die künftige Entwicklung lässt sich nur schwer abschätzen, da die Strompreise und Einspeisevergütungen zunehmend dynamisch ausgestaltet werden und sich stündlich oder sogar viertelstündlich ändern können. Wird viel Solarstrom produziert, könnte die Einspeisevergütung tiefer ausfallen. Dadurch würde ein Heimbatteriespeicher wirtschaftlich attraktiver.

Wer einen dynamischen Stromtarif hat, kann den Batteriespeicher zudem auch über das Netz laden. Gerade im Winter lässt sich so günstiger Netzstrom beziehen und später nutzen, wenn die Preise wieder steigen. Künftig könnten auch andere Nutzungsmodelle an Bedeutung gewinnen. Dazu gehört die Einbindung des Batteriespeichers in ein virtuelles Kraftwerk (Virtual Power Plant, VPP), das Haushalte mit Heimspeichern miteinander vernetzt, sodass die in den einzelnen Batterien gespeicherte überschüssige Energie gemeinsam verwendet werden kann. Dadurch lassen sich zusätzliche Einnahmen erzielen.

Es ist zu beachten, dass bei hauseigenen Batteriespeichern ein Teil der Energie verloren geht. Je nach Batterietechnologie und Qualität der elektrischen Anlage (Wechselrichter, EMS, Verkabelung usw.) liegt der Gesamtwirkungsgrad zwischen 75 und 95%.

Welche Technologien gibt es?

Die leistungsfähigsten und in der Schweiz am häufigsten installierten Batteriespeicher basieren auf der Lithium-Ionen-Technologie. Dabei werden drei Haupttypen unterschieden: Lithium-Eisenphosphat (LFP), Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) und Nickel-Kobalt-Aluminium (NCA). Unter Berücksichtigung der Verluste durch Wechselrichter, Verkabelung und die für den Betrieb der Anlage erforderliche Elektronik erreichen Lithium-Ionen-Batterien einen Wirkungsgrad von 75 bis 95%.

Gemäss Swissolar hat sich bei Batteriespeichern in den Haushalten hierzulande inzwischen vor allem die LFP-Technologie durchgesetzt. Diese Batterien bieten gegenüber anderen Arten von Lithium-Ionen-Batterien mehrere Vorteile:

  • Es wird nur ein kritisches Metall, nämlich Lithium, benötigt. Als kritisch gelten Rohstoffe, dessen langfristige Verfügbarkeit nicht als gesichert gilt.
  • LFP-Batterien sind kostengünstiger in der Herstellung, da dafür weniger kritische Metalle nötig sind.
  • Sie sind weniger leicht entzündlich. Gemäss einer in Deutschland durchgeführten Studie sind Brände durch Heimbatteriespeicher 50-mal seltener als allgemeine Haushaltsbrände und 4-mal seltener als Brände im Zusammenhang mit Batterien von Elektrofahrzeugen. Das Risiko ist etwa mit jenem bei Tumblern vergleichbar.
  • Auch bei der Lebensdauer schneiden LFP-Batterien besser ab: Sie ermöglichen rund 6’000 bis 10’000 Ladezyklen, während andere Lithium-Ionen-Batterien meist nur 1’500 bis 2’500 Zyklen erreichen. Bei einer Nutzung im Haushalt mit rund 200 Zyklen pro Jahr könnte eine LFP-Batterie aus chemischer Sicht theoretisch mehr als 30 Jahre halten. Wahrscheinlich müssten dann jedoch elektronische Komponenten – insbesondere der Wechselrichter – nach 15 bis 20 Jahren ersetzt werden.
  • Sie können ohne Weiteres über längere Zeit vollständig geladen sein. Eine gelegentliche Aufladung auf 100% wird sogar empfohlen. Demgegenüber sollten NMC- und NCA-Batterien in der Regel nur bis auf 80% geladen werden.

NMC- und NCA-Batterien werden vor allem in Elektrogeräten und -fahrzeugen verwendet. Dank ihrer höheren Energiedichte sind sie kompakter als LFP-Batterien.

Neben Lithium-Ionen-Batterien gibt es auch Bleibatterien, die heute jedoch immer seltener eingesetzt werden. Sie haben eine kürzere Lebensdauer und einen geringeren Wirkungsgrad (um die 70–85%). Eine weitere Technologie sind Redox-Flow-Batterien, die einen Wirkungsgrad zwischen 70 und 80% aufweisen. Sie sind zwar kostspieliger, können dafür aber über 20 Jahre genutzt werden.

Darüber hinaus existieren weitere Speichersysteme, die allerdings eine untergeordnete Rolle spielen: Natrium-Ionen-, Natrium-Schwefel- oder Natrium-Nickelchlorid-Batterien (auch als ZEBRA-Batterien [Zero Emission Battery Research Activities] oder Salzschmelzebatterien bekannt) sowie «Salzwasserbatterien». Jede dieser Technologien hat ihre Vor- und Nachteile. Welche Art von Batterien sich für einen bestimmten Einsatzbereich am besten eignet, hängt somit sowohl von technischen als auch von wirtschaftlichen Faktoren ab.

Sollten technische Probleme auftreten, können Sie sich an Ihren Installationsbetrieb wenden: Er ist verpflichtet, Ihnen mindestens zwei Jahre Garantie zu gewähren. Für die Batterie selbst gilt je nach Hersteller in der Regel eine Garantie von 5 bis 10 Jahren.

Wie wählt man die passende Speicherkapazität?

Ein Batteriespeicher im Haus ist dann sinnvoll, wenn Ihre Solaranlage einen Überschuss an Strom erzeugt UND Sie am Abend und in der Nacht einen relativ hohen Strombedarf haben. Als Richtwert gilt: Die Batteriekapazität in kWh sollte ungefähr der Strommenge entsprechen, die Sie im Sommer abends und nachts verbrauchen. Ein zu kleiner Speicher bringt wenig: Denn bleibt die Batterie über längere Zeit leer, verschleisst sie schneller. Ein zu gross dimensionierter Speicher wiederum ist teurer, benötigt mehr Platz und belastet die Umwelt stärker.

Neben der Speicherkapazität spielt auch die maximale Lade- und Entladeleistung der Batterie eine wichtige Rolle. Diese sollte auf die Leistung der PV-Anlage und der angeschlossenen Geräte abgestimmt sein. Erzeugen die Solarmodule zu einem gegebenen Zeitpunkt mehr Strom, als die Batterie aufnehmen kann, kann der überschüssige Strom nicht gespeichert werden, selbst wenn die Batterie noch über freie Speicherkapazität verfügt. Benötigen Ihre Geräte am Abend in einem bestimmten Moment insgesamt 5’000 W, während die Batterie jedoch höchstens 3’000 W bereitstellen kann, müssen die restlichen 2’000 W aus dem Netz bezogen werden, auch wenn die Batterie noch nicht leer ist.

Weiterführende Informationen: «Watt» und «Kilowattstunde» – nicht verwechseln

Wie viel kostet ein stationärer Batteriespeicher im Haus?

Die Kosten eines kompletten Batteriespeichersystems hängen von der Marke, der Batterietechnologie und dem Installationsaufwand (Verkabelung, Hybrid-Wechselrichter oder Anpassungen im Schaltschrank usw.) ab. Je nach Speicherkapazität der Batterie – bei einem Einfamilienhaus in der Regel zwischen 7 und 30 kWh – liegt der Preis zwischen 6’000 und 12'000 Franken. Gemäss Swissolar kostete die Montage eines Speichersystems mit einer Kapazität von 15 kWh im Jahr 2025 durchschnittlich rund 8’800 Franken. Das sind weniger als 600 Franken pro kWh.

Soll das Batteriespeichersystem auch bei einer Netzunterbrechung Strom liefern können, müssen Sie für die entsprechende Notstromfunktion mit Mehrkosten von 15 bis 20% rechnen, da diese nicht standardmässig integriert ist. Mit dieser Funktion kann das Gebäude vom Stromnetz getrennt und über die Batterie versorgt werden. So funktionieren wichtige Geräte (z. B. der Kühlschrank) und die Beleuchtung auch weiterhin. Alternativ kann ein System mit Inselbetrieb gewählt werden. Dadurch können die PV-Module weiterhin Strom für die Haushaltsgeräte bereitstellen und die Batterie aufladen.

Achten Sie zudem bei der Wahl eines Batteriespeichers darauf, dass er über ein modernes Lastmanagementsystem verfügt. Damit optimieren Sie den Eigenverbrauch UND entlasten gleichzeitig das Stromnetz. Von diesen intelligenten Systemen profitieren auch Stromversorger, da sie ihnen helfen, Spitzen bei der Einspeisung von Solarstrom ins Netz zu glätten.

Die finalen Anschlussarbeiten müssen von einer qualifizierten Elektrofachperson ausgeführt werden. Diese kümmert sich unter anderem um Folgendes:

  • das technische Anschlussgesuch
  • die Montage der Geräte an der Wand
  • den elektrischen Anschluss
  • die Konfiguration und Inbetriebnahme
  • die Schluss- und die Abnahmekontrolle

In manchen Kantonen und Gemeinden sowie über Förderprogramme von Energieversorgern kann finanzielle Unterstützung beantragt werden. Diese Fördermittel (z. B. in Form von Pauschalbeiträgen) decken jedoch nur einen Teil der Kosten.

Wie lange dauert es, bis sich ein Heimbatteriespeicher amortisiert?

Je nach Leistung Ihrer PV-Anlage, Sonneneinstrahlung und Kapazität Ihres Batteriespeichers können Sie über das Jahr gesehen theoretisch rund 50% Ihres Strombedarfs über gespeicherten Solarstrom decken. Im Winter liegt dieser Anteil eher bei 10%, im Sommer bei 90%.

Berücksichtigen Sie bei Ihren Berechnungen auch mögliche Hoch- und Niedertarifzeiten Ihres Stromversorgers. Bedenken Sie zudem, dass Strompreise und Einspeisevergütungen von Jahr zu Jahr variieren können. Deshalb lässt sich die Rentabilität einer Batterie nur abschätzen.

Ab 2027 haben Verteilnetzbetreiber die Möglichkeit, den Solarstrom nach dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung zu vergüten. Dies schafft einen starken Anreiz, Solarstrom bei tiefen Marktpreisen selbst zu nutzen oder zu speichern, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen.

Betreiberinnen und Betreiber kleiner PV-Anlagen mit einer Leistung von weniger als 150 kW erhalten jedoch einen Investitionsschutz in Form einer Minimalvergütungsprämie. Liegt der vierteljährliche Referenzmarktpreis im Mittel unter der gesetzlich festgelegten Minimalvergütung, entspricht die Prämie der Differenz zwischen Referenzmarktpreis und Minimalvergütung pro eingespeister kWh und wird rückwirkend vergütet. Für Solarstromproduzentinnen und -produzenten wird es mit diesem Modell attraktiver, bei negativen Strompreisen auf die Einspeisung ins Netz zu verzichten. Gleichzeitig bietet ihnen die Minimalvergütung einen gewissen Schutz vor diesen negativen Preisen.

Mit dem Solarrechner von EnergieSchweiz können Sie abschätzen, welche Einsparungen möglich sind und nach welcher Zeit sich die Investition in Ihrem Fall voraussichtlich amortisiert. Für eine genauere Beurteilung sollten Sie sich an eine Fachperson wenden. Auf der Website von Swissolar finden Sie eine Liste von Unternehmen mit dem Label «Die Solarprofis®».

Zur Veranschaulichung dient folgende vereinfachte Beispielrechnung:

  • Sie benötigen jährlich 5’000 kWh Strom.
  • Mit Ihrer Solaranlage können Sie 20% Ihres Strombedarfs decken. Dank Ihrer 10-kWh-Batterie können Sie weitere 50% (2’500 kWh) zwischenspeichern und später selbst nutzen.
  • Für Ihren eingespeisten Solarstrom erhalten Sie 6 Rappen pro kWh, was der vom Bund festgelegten Mindestvergütung entspricht.
  • Für Strom aus dem Netz bezahlen Sie 27 Rappen pro kWh (Medianwert in der Schweiz).

Ohne Batterie würden Sie für jede aus dem Netz bezogene kWh 27 Rappen bezahlen. Für überschüssigen Solarstrom bekämen Sie eine Einspeisevergütung von mindestens 6 Rappen pro kWh. Die Differenz beträgt somit 21 Rappen pro kWh. Bei 2'500 kWh ergibt sich daraus eine jährliche Ersparnis von 525 Franken (0.21 × 2’500). Kostet die Batterie – nach Abzug der Förderbeiträge – 6'500 Franken, dauert es etwas mehr als 12 Jahre, bis sich die Investition amortisiert hat (6’500/525).

Bei der Berechnung sind zudem weitere Faktoren zu berücksichtigen:

  • In bestimmten Kantonen und Gemeinden sowie über Förderprogramme von Energieversorgern wird finanzielle Unterstützung gewährt.
  • Steuervorteile: In den meisten Kantonen können Sie die Investitionskosten für einen Batteriespeicher vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Die obige Berechnung ist eine sehr grobe Schätzung und dient lediglich als Anhaltspunkt. Sie geht von optimistischen Annahmen aus: Denn damit ein hauseigener 10-kWh-Batteriespeicher im Jahr 2’500 kWh speichern und wieder abgeben kann, muss er 250 vollständige Ladezyklen durchlaufen. In der Theorie ist das möglich, in der Praxis jedoch nur bedingt: Im Winter gibt es oft nicht genügend überschüssigen Solarstrom, um die Batterie zu laden, und im Sommer sind die Nächte zu kurz, um sie vollständig zu entleeren. In der Schweiz kommen die meisten Batteriespeicher eher auf zwischen 180 und 220 nutzbare Zyklen pro Jahr. Deshalb dauert es häufig mehr als 15 Jahre, bis sich die Investition rechnet.

Kann ich mit einem hauseigenen Batteriespeicher vollständig auf Netzstrom verzichten?

Ein Heimbatteriespeicher dient der kurzfristigen Speicherung. Er ermöglicht es, einen Teil des tagsüber erzeugten Stroms am Abend oder in der Nacht zu nutzen. Bei richtiger Dimensionierung kann die Batterie etwa so viel Strom aufnehmen, wie ein Haushalt durchschnittlich während eines halben Tages verbraucht. Solche Batteriespeicher sind daher nicht dafür ausgelegt, im Sommer generierter Solarstrom für den Winter zu speichern.

In der Schweiz ist eine vollständige Unabhängigkeit vom Stromnetz mithilfe von Batteriespeichern nur unter sehr speziellen Bedingungen möglich und in der Praxis äusserst schwierig. Denn im Winter sind die Tage kürzer und die Sonne steht tiefer. Entsprechend fällt auch die Solarstromproduktion geringer aus als im Sommer. Die Batteriespeicher können dann nur sehr wenig Strom bereitstellen, und man ist weiterhin stark auf Strom aus dem Netz angewiesen.

Grafik zur Veranschaulichung der Solarstromerzeugung im Tagesverlauf im Sommer
Grafik zur Veranschaulichung der Solarstromerzeugung im Tagesverlauf im Winter

Vergleich des Strombezugs aus dem Netz und aus der PV-Anlage sowie der Einspeisung von überschüssigem Strom ins Netz im Jahresvergleich. Die Verbrauchsspitzen entstehen hauptsächlich durch den Betrieb einer Wärmepumpe. Im Sommer (Grafik links) wird so viel Solarstrom produziert, dass ein grosser Überschuss ins Netz eingespeist wird. Dieser könnte stattdessen in einer Batterie gespeichert werden. Im Winter (Grafik rechts) fällt die Solarstromproduktion geringer aus und der Strom wird grösstenteils aus dem Netz bezogen. Damit bleibt auch weniger Strom übrig, der in einer Batterie gespeichert werden könnte.

Was ist bei der Installation von Batteriespeichern zu beachten?

Ein Batteriespeicher ist eine elektrische Anlage, die mit derselben Sorgfalt zu behandeln ist wie ein Sicherungskasten, eine Ladestation oder ein Heizkessel. Verwenden Sie ausschliesslich zertifizierte Systeme mit CE-Kennzeichnung, die den europäischen oder schweizerischen Normen entsprechen, und halten Sie sich genau an die Herstellerangaben. Die abschliessenden Installationsarbeiten müssen von qualifizierten Fachpersonen (z. B. «Solarprofis») durchgeführt werden, die mit den geltenden Vorschriften, den Brandschutzbestimmungen Ihres Kantons sowie den Anforderungen Ihres Stromnetzbetreibers vertraut sind.

Batteriespeicher mögen weder Frost noch extreme Hitze. Damit Ihre Batterie möglichst lange hält, sollte sie an einem trockenen, gut belüfteten Ort mit gleichmässigen Temperaturen installiert werden, beispielsweise in einer isolierten Garage oder einem Technikraum im Untergeschoss. Dachböden sind als Standort ungeeignet, da die Hitze im Sommer den Batteriezellen schaden kann.

Ausserdem sollten Batteriespeicher nicht in Wohnräumen oder im Bereich von Fluchtwegen – etwa in Treppenhäusern oder als Notausgang dienenden Gängen – stehen, da ein Brand dort besonders problematisch wäre. Zu brennbaren Materialien sollte ein Mindestabstand von 2,4 Metern eingehalten werden. Bei Batterien mit mehr als 20 kWh gelten in der Regel strengere Brandschutzanforderungen, insbesondere hinsichtlich der Brandabschnittsbildung. Erkundigen Sie sich am besten bei der zuständigen Stelle in Ihrem Kanton. Achten Sie zudem darauf, dass der Batteriespeicher für die Feuerwehr jederzeit gut zugänglich ist.

Informieren Sie sich, was bei ungewöhnlichem Geruch, auffälligen Geräuschen oder übermässiger Wärmeentwicklung der Batterie zu tun ist. Halten Sie zudem die Nummer Ihres Installationsbetriebs oder eines Notfalldienstes griffbereit.

Die meisten Batteriespeicher für den Haushalt sind mit einem Batteriemanagementsystem (Battery Management System, BMS) ausgestattet, das Temperatur und Betrieb überwacht. Dennoch bleibt die Wahl eines geeigneten Standorts entscheidend.

Das Brandrisiko lässt sich mit ein paar einfachen Massnahmen verringern:


  • Arbeiten an der Anlage dürfen nur von qualifizierten und zertifizierten Fachpersonen ausgeführt werden. Nehmen Sie selbst keine Änderungen vor.
  • Decken Sie die Batterie nicht ab und stellen Sie sicher, dass sie frei zugänglich und vor extremen Temperaturen geschützt ist.
  • Beobachten Sie die ersten Lade- und Entladezyklen der Batterie.

Weitere Informationen finden Sie in der Niederspannungs-Installationsnorm (NIN), der technischen Regel SNR 460712 «Stationäre elektrische Speichersysteme» und dem Merkblatt SIA 2061 «Batteriespeichersysteme in Gebäuden».

Lässt sich der ökologische Fussabdruck der Herstellung einer Batterie durch ihre Nutzung kompensieren?

In den meisten Fällen kann man die Umweltbelastung, die bei der Herstellung eines Heimbatteriespeichers entsteht, durch ihren Einsatz kaum ausgleichen. Betrachtet man die Klimawirkung über die gesamte Lebensdauer der Anlagen und ihrer elektrischen Komponenten, so verursacht der direkt ab der eigenen PV-Anlage genutzte Strom gut 50 Gramm CO₂-Äquivalente pro kWh. Wird der Solarstrom zunächst in einer Batterie gespeichert, kommen weitere 30 Gramm CO₂-Äquivalente pro kWh hinzu, sodass sich insgesamt rund 80 Gramm pro kWh ergeben. In der Schweiz schlägt eine kWh Strom aus der Steckdose im Jahresdurchschnitt mit etwa 125 Gramm CO₂-Äquivalenten zu Buche.

Der Unterschied zwischen Batterie- und Netzstrom beträgt somit ungefähr 45 Gramm CO₂-Äquivalente pro kWh. Die 45 Gramm entsprechen jedoch lediglich dem Durchschnitt über das gesamte Jahr. Der grösste Teil des Solarstroms wird im Sommer und an besonders sonnigen Tagen erzeugt und gespeichert. Doch genau zu diesen Zeiten verursacht auch der Strom aus dem Netz weniger CO₂. Die theoretische Differenz von 45 Gramm CO₂-Äquivalenten pro kWh fällt daher an den Tagen, an denen die Batterie geladen und der gespeicherte Strom anschliessend genutzt werden kann, in Wirklichkeit deutlich geringer aus.

Neben der Klimabilanz müssen auch der Ressourcenverbrauch und die Umweltverschmutzung durch die Batterieherstellung berücksichtigt werden. Bislang gibt es noch kein Label zur Ökobilanz von Solarbatterien. Ab 2027 will die EU jedoch einen digitalen Pass für Batterien einführen, der ihren gesamten Lebenszyklus dokumentiert. Der Batteriepass gibt für jedes Modell Aufschluss über seinen CO₂-Fussabdruck, die Arbeitsbedingungen bei der Rohstoffgewinnung, gefährliche Stoffe und die Rezyklierbarkeit.

Was passiert mit Batterien am Ende ihrer Lebensdauer?

Im Kaufpreis des Batteriespeichers ist bereits die Gebühr für die spätere Entsorgung enthalten (vorgezogene Entsorgungsgebühr, VEG). Ihr Installationsbetrieb muss deshalb ausgediente Batterien und anderes zu entsorgendes Material zurücknehmen.

Derzeit gibt es noch kein standardisiertes Verfahren für das Recycling von Heimspeicherbatterien. Ein Grossteil der Metalle lässt sich jedoch zurückgewinnen. Bei Nickel und Kobalt liegt die Rückgewinnungsquote bei 95%. Bei Lithium ist sie zwar noch geringer, steigt aber stetig.

Einige Unternehmen recyceln Batteriezellen aus Elektrofahrzeugen und geben ihnen ein zweites Leben. Da diese Batterien oft noch mehr als 20 kWh speichern können, lassen sie sich gut als Batteriespeicher in Haushalten weiterverwenden. Solche wiederaufbereiteten Batterien können bereits bei verschiedenen Anbietern gekauft werden. Ihre Umweltbilanz ist deutlich besser als jene neu produzierter Speichersysteme.

V2H (Vehicle-to-Home) oder V2G (Vehicle-to-Grid): Die Batterie eines Elektroautos kann 5- bis 10-mal mehr Strom speichern als ein Heimbatteriespeicher. In der Schweiz sind bereits erste Elektrofahrzeuge erhältlich, deren Batterie sich auch als Stromspeicher für den Haushalt nutzen lässt (V2H oder V2G). Die dafür erforderliche bidirektionale Ladestation kostet jedoch mindestens die Hälfte mehr als eine herkömmliche Wallbox. Wird die Autobatterie lediglich zur Versorgung der Haushaltsgeräte genutzt und werden weniger als 1’800 Watt benötigt, braucht es in jedem Fall eine zusätzliche Batterie als Puffer zwischen Haus und Auto. Auf diese Weise wird die Fahrzeugbatterie bei geringem Strombedarf nicht unnötig belastet. Das reduziert Energieverluste und schont die Batterie.

Weiterführende Informationen: Elektromobilität und Photovoltaik in Mehrparteiengebäuden kombinieren und Rendite steigern (EnergieSchweiz)

Nützliche Links

Stromspeicher in Kombination mit PV-Anlagen (Swissolar) – https://www.swissolar.ch/de/wissen/solarenergie-kombiniert/batteriespeicher

Energiespeicher (Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen) – https://www.strom.ch

Eigenverbrauch und ZEV: Solarstrom ohne Umweg nutzen (EnergieSchweiz) – https://www.energieschweiz.ch/wohnen/eigenverbrauch/?pk_vid=8371cf2ed22ea1de1786912538e866e0

Bidirektionales Laden & Solaranlage für Elektroauto (TCS) – https://www.tcs.ch/de/testberichte-ratgeber/ratgeber/elektromobilitaet/solarenergie-zu-hause.php

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