Gartenbeleuchtung

Interaktivstandard

Das Licht dosieren

Die Gartenbeleuchtung ist eine Kunst – sie soll weder Strom verschwenden noch die Nachtruhe der Nachbarn oder die der nachtaktiven Gartentiere stören.

Berühren Sie die Lampen.

 

Lichterketten

LEDs sind Bestandteil aller Arten von Dekorationsbeleuchtung, die sich in vielen Fällen mit dem Eindunkeln selbst einschalten. Sind sie im Aussenbereich installiert, bleiben sie oft die ganze Nacht durch angeschaltet. Das Bundesgericht hat mit einem Entscheid (BGE 140 II 33) festgehalten, dass dekorative Beleuchtungen zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens ausgeschaltet werden müssen. Während der Weihnachtszeit (vom ersten Adventssonntag bis zum 6. Januar) ist die Zierbeleuchtung bis 1 Uhr morgens zulässig.

LED mit 2700° K (warmweiss, warm white)

LED-Lampen eignen sich bestens als Gartenbeleuchtung, aber nur unter der Voraussetzung, dass ihre Farbtemperatur 2700°K nicht übersteigt (warmweiss, warm white). Diese Beleuchtung verbreitet nur wenig blaues und sogar gar kein ultraviolettes Licht, weshalb es nur wenig Anziehungskraft auf Insekten ausübt.

Bestimmte LED-Glühbirnen mit E27-Sockel sind mit einem Lichtsensor ausgerüstet (manchmal mit einstellbarer Empfindlichkeit), der sie automatisch einschaltet, sobald die Dunkelheit einbricht. Andere besitzen einen integrierten Bewegungssensor, der direkt an der Glühbirne angebracht ist. Am besten ist es, die Beleuchtung gegen 22 Uhr auszuschalten.

Lichtverschmutzung vermeiden

Die nächtliche Aussenbeleuchtung ist zu einer richtiggehenden Lichtverschmutzung verkommen, die nicht nur für Astronomie-Interessierte und sonstige Sternengucker störend ist, sondern sich auch für die nachtaktiven Wildtiere nachteilig auswirkt. Damit nicht andauernd und überall Licht verbreitet wird, sollten im Aussenbereich bevorzugt Lampen mit Bewegungssensoren eingesetzt werden. Wählen Sie mit Vorteil Leuchtmittel, die mit "warmweissen" LEDs ausgestattet sind (Farbtemperatur 2700°K oder niedriger), die in Glühbirnen mit mattiertem Glas angebracht sind, und deren Licht gegen den Boden strahlt. Im Idealfall ist die Lampe vollständig unter einem Lampenschirm versteckt.

Wann ist Nacht?

Amphibien (Frösche, Kröten, Molche etc.) werden durch die zunehmende nächtliche Beleuchtung der ruhigen Wasserflächen und Flüsse gestört. Ihre Gewohnheiten verändern sich: Sie sind abends länger aktiv und quaken weniger. Biologen befürchten, dass die Zunahme der nächtlichen Beleuchtung sie noch seltener werden lässt, als sie es ohnehin schon sind, da naturbelassene Gebiete verschwinden und Amphibien auch von der Wasserverschmutzung bedroht sind.

Dunkelheit für Glühwürmchen

Die in vielen Gärten installierten LED-Lampen stören in den Sommernächten die Fortpflanzung der Glühwürmchen ganz empfindlich, denn die Männchen können aus ihrer Flughöhe das schwache gründliche Licht nicht mehr wahrnehmen, das die flugunfähigen Weibchen am Boden aussenden.

Glühwürmchen können übrigens in allen Gärten leben, wenn die Gartenarbeiten nach den Ratschlägen der Garten-Charta vorgenommen werden.

Solarlampen sind nicht ganz so umweltfreundlich

Solargartenlampen sind mit einer Photovoltaikzelle ausgestattet, die auf oder neben der Lampe angebracht ist. Sie besitzen auch einen oder mehrere Akkus, um den tagsüber von der Solarzelle produzierten Strom zu speichern. Nachts versorgen die Akkus eine oder mehrere LEDs.

Dass diese Lampen Solarstrom verwenden, macht sie noch nicht besonders umweltfreundlich. Da einige Modelle sehr preiswert zu kaufen sind, neigt man dazu, sie im Garten in Bereichen zu installieren, wo eine Beleuchtung nicht nötig ist, wo sie aber die Tierwelt erheblich stören – und zwar die ganze Nacht hindurch. Und da diese Akkus ausserdem schnell erschöpft sind, landen solche Lampen schliesslich wieder bei den elektronischen Abfällen (deshalb: entweder in Sammelstellen im Recyclinghof oder bei den Verkaufsstellen abgeben).