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Verkehrsschadstoffe

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Steigendes Verkehrsaufkommen

Der Katalysator hat den Schadstoffausstoss von benzinbetriebenen Autos reduziert. Die Industrie verbessert laufend die Motoren, die bei gleichbleibender Leistung immer weniger Treibstoff verbrauchen und die Umwelt immer weniger belasten. Doch wegen der ständig leistungsstärkeren (weil immer schwereren!) Autos geht der durchschnittliche Treibstoffverbrauch nicht zurück. Ausserdem hat sich der motorisierte Individualverkehr seit 1970 verdoppelt, derjenige für den Warentransport verdreifacht. Der Anteil an Dieselfahrzeugen, die mehr Abgase produzieren als Benziner, ist ebenfalls deutlich gestiegen.

So stellen die Abgasemissionen weiterhin ein gravierendes Problem dar, das auf eine Lösung wartet, und zwar nicht nur wegen der Umweltverschmutzung, sondern auch wegen der Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit.

Unter den Zeichnungen verstecken sich 8 Informationen.

 

Die Bäume leiden

In der Stadt tragen Bäume dazu bei, die Luft für die menschlichen Atemwege etwas sauberer zu machen: sie produzieren Sauerstoff, filtern die Luft, fungieren als Schattenspender und erfrischen ihre Umgebung, indem sie Wasser abgeben (Transpiration). Doch sie leiden auch unter dem motorisierten Verkehr. Die Stickoxide beschädigen die Oberfläche der Blätter, auf denen sich auch Feinstäube ablagern – was die Lichtabsorption verringert und dadurch die Photosynthese beeinträchtigt. Schwermetalle und Schwefelderivate wiederum werden vom Regen angespült und von den Wurzeln absorbiert. Dadurch nehmen die Bäume Gift auf und werden anfälliger für Krankheiten. Im Winter setzt den Bäumen auch das Streusalz zu, das auf den Strassen und Trottoirs verwendet wird.

Schäden an den Gebäuden

Häuser, die an einer stark befahrenen Strasse liegen, müssen zweimal häufiger neu gestrichen oder renoviert werden als andere. Die dafür anfallenden Kosten (ganz zu schweigen von den Unannehmlichkeiten für die Bewohner) werden aber nicht von den Verursachern der Schäden übernommen. Dieser Aufwand ist Teil der "externen Kosten des Verkehrs", ebenso wie die Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit und die Auswirkungen auf Pflanzen. Insgesamt erreicht dieser Betrag allein in der Schweiz mehrere Milliarden Franken pro Jahr.

Auswirkungen auf die Landwirtschaft

In den Städten sind die Konzentrationen von Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen in der Regel zu hoch, als dass sich unter Einwirkung von Sonnenlicht zu viel Ozon bilden könnte. Daher erreicht dieses sehr aggressive, aus drei Sauerstoffatomen bestehende Gas (daher das Symbol O3) im Sommer vor allem auf dem Land beunruhigend hohe Werte. An Kultur- und Wildpflanzen entstehen Schädigungen an den Blättern, die bei Getreide oder Kartoffeln zu Einbussen von bis zu 40% der Biomasse führen können. Neben den hohen Ozonwerten sorgt einerseits die Verschmutzung durch Verkehr und Heizungen sowie andererseits die Viehzucht auf dem Land für die Entstehung von Stickstoff und Säuren, die in den Boden eindringen, dort Schäden an den Wurzeln verursachen und die Nährstoffaufnahme stören. Wälder und Biotope leiden unter demselben Problem.

Kein Rauch im Sommer

Bei intensiver Sonneneinstrahlung bildet sich durch die Transformation der Schadstoffemissionen aus dem motorisierten Verkehr, aus Heizungen und Industrie das Ozon (O3). Vielleicht sollte man bei dieser Gelegenheit bedenken, dass ein mit thermischen Sonnenkollektoren versehenes Gebäude (für die Aufbereitung von heissem Wasser) in der warmen Jahreszeit keine Heizanlage braucht. So wird kein Brennstoff verbrannt und es entstehen keine Schadstoffe, welche die Ozonbildung ankurbeln.

Verschmutzung der Innenräume

Die Luft, die man innerhalb eines Gebäudes einatmet, wirkt sich auf die Gesundheit aus. Sie stammt von draussen und büsst dann aufgrund der Atmung der Menschen im Gebäude, der Ausdampfungen von Farben und Leim aus Möbeln und Wänden, von Küchendünsten und Putzmitteln an Qualität ein. Es ist daher von Vorteil, wenn die von draussen eintretende Luft von höchstmöglicher Qualität ist! Befindet man sich also in einer durchgehenden Wohnung oder in einem durchgehenden Büro, sollte man lieber die Fenster zum Hof als diejenigen zur Strasse hin öffnen (hat man keine Wahl, dann lüften, wenn der Verkehr am schwächsten ist). Die Abgasemissionen des Verkehrs stagnieren nämlich häufig in engen Strassen, denn sie sind schwerer als die Luft. Sie werden vom Wind fortgeweht, überwinden aber nur mit Mühe das Hindernis, das die umgebenden Gebäude darstellen.

Vermeiden von Abgasen beim Gehen

Bei einer reizvollen Strecke kommt einem die zurückgelegte Distanz kürzer vor. An einer stark befahrenen Strasse oder an einer tristen Mauer entlang fühlt sich jeder Meter "lang" an. Auf einem von Bäumen gesäumten Weg oder an einer Strasse mit hübschen Häusern kommt einem jeder Meter "kurz" vor. So bewertet jeder Fussgänger seine Strecke ganz unbewusst, was sich aber konkret auf seine Gesundheit auswirkt. Die Schadstoffdichte ist tatsächlich deutlich höher am Trottoirrand, als wenn man nur wenige Meter von der Strasse entfernt geht. Zudem löst der Verkehrslärm Stress aus, der den Blutdruck erhöht und für Krankheiten anfälliger macht.

Es lohnt sich also, die angenehmste und sicherste Strecke zu wählen. Sie mag zwar etwas länger sein, doch das ist kein Nachteil: Alle Ärzte empfehlen, mindestens eine halbe Stunde täglich zügig zu marschieren.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Rund 6% aller Todesfälle in der Schweiz sind auf die Luftverschmutzung zurückzuführen. Diese Zahl betrifft ausschliesslich eine bestimmte Kategorie von Schadstoffen, nämlich den Feinstaub (PM10). Würde man alle Schadstoffe berücksichtigen, sähe die Situation noch düsterer aus.

Analog zum Tabakrauch betreffen die negativen Auswirkungen der Emissionen aus dem Strassenverkehr aber nicht allein die Lunge. Die Schadstoffe dringen über die Atemwege in den Organismus ein. Die löslichen Stoffe gelangen über die Lunge ins Blut, wo sie die Arterienwände angreifen. Bei Personen, die Abgasen intensiv ausgesetzt waren, beispielsweise bei einem Stau in einem Strassentunnel, können noch Stunden später toxische Substanzen im Blut festgestellt werden.

Schadstoffausstoss durch Motoren

Im Winter, wenn die Luft kalt ist, werden die Abgase aus dem Autoauspuff plötzlich sichtbar, und zwar wegen der Kondensation des Wasserdampfes, des wichtigsten Bestandteils der Abgase zusammen mit Kohlendioxid (CO2). Doch auch wenn man sie nicht sieht, enthalten diese Abgase Substanzen, die der Umwelt und unserer Lunge schaden. Einige von ihnen sind oxidierend und giftig, wie Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffoxide (NOx) oder Ozon (O3), das indirekt gebildet wird. Andere sind krebserregend, wie Benzol und andere in der Luft verdampfende Kohlenwasserstoffe (HC und COV). Es gibt auch direkt von den Motoren, vor allem Dieselmotoren, ausgestossene Feinstäube (PM10) und den mechanischen Abrieb. Das Kohlendioxid ist zwar nicht giftig, trägt aber zur Klimaerwärmung bei.