Heizen mit Erdgas (nicht erneuerbar) und Biogas (erneuerbar)

 

Erdgas ist eine nicht erneuerbare, fossile Energie, die aus dem Untergrund gewonnen wird und im Wesentlichen aus Methan (CH4) besteht. Das in der Schweiz verbrauchte Erdgas stammt hauptsächlich aus den Niederlanden, Russland, Norwegen, Deutschland und Algerien. Es wird unter Druck durch das riesige Netz der Gaspipelines in Europa zu uns geleitet. Mit 12 grenzüberschreitenden Anschlüssen ist die Schweiz (derzeit ohne eigene genutzte Erdgasvorkommen) ein wichtiger Anschluss- und Transitknotenpunkt. Das schweizerische Gasnetz wird seit den 1970er Jahren in Zusammenarbeit von privaten Gesellschaften und öffentlichen Diensten unter der Oberaufsicht des Bundes insbesondere in städtischen Ballungsgebieten ausgebaut.

Automatische ErdgasHeizung

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Wie jede andere automatische Heizung benötigt auch eine Gasheizung Strom.

Erdgas ist nicht gleich Flüssiggas

Erdgas ist nicht zu verwechseln mit Flüssiggas (LPG, Propan oder Butan), das mit Lastwagen geliefert und in Flüssiggastanks gelagert wird. Flüssiggas ist ein Nebenprodukt der Erdölraffinierung und wird auch in Gasflaschen verkauft. Damit können kleine mobile Heizungen, Boiler oder Gasgrills betrieben werden. In der Schweiz sind Flüssiggasheizungen in Wohnungen eher selten. Man findet sie aber öfter in beruflichem Umfeld, besonders als Infrarot-Flüssiggas-Strahler in hochräumigen Werkstätten. Hierzulande sind die meisten Gasheizungen ans Gasnetz angeschlossen. Was die Versorgungssicherheit anbelangt, ist dies zwar keine ideale Lösung, aber sie bietet einen Raumgewinn, denn der Brennstoff muss nicht gelagert werden. Und man muss nicht unbedingt einen Raum für die Heizung abtreten, denn eine Wandheizung findet auch auf einem Stockwerk (z.B. in einer Stockwerknische) Platz.

Bei gleichwertigem Heizwert ist Erdgas weniger umweltschädlich als Heizöl – denn seine Verbrennung verursacht praktisch keinen Feinstaub. Hinzu kommt, dass Erdgas beim Verbrennen rund einen Viertel weniger CO2 freisetzt. Dies ist einer der Gründe, weshalb die weltweite Nachfrage für diesen Brennstoff so gross ist, vor allem in Ländern, die einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen haben, und sich dem Erdgas zuwenden, um Strom in neuen Gas-und-Dampf-Kombikraftwerken (GuD) zu erzeugen.

Ein bisschen Biogas im Erdgas

An manchen Orten wird dem Erdgas in der Schweiz bereits ein kleiner Teil Biogas zugeführt. Biogas ist ein erneuerbarer Brennstoff, der in Anlagen erzeugt wird, welche Schlamm aus Abwasserreinigungsanlagen oder organische Abfälle aus den Haushalten, der Landwirtschaft und der Viehzucht vergären. Bevor es in das Gasnetz eingeleitet wird, muss das Biogas einer CO2-Reinigung unterzogen werden. In der Gesamtmenge des Schweizer Gasnetzes ist der Anteil Biogas kleiner als 1.5%. Beim Gas hingegen, das als Treibstoff für gasbetriebene Fahrzeuge verwendet wird, beträgt der Anteil von Biogas durchschnittlich 26%.

Erdgas ist nicht CO2-neutral!

Das ändert jedoch nichts daran, dass die Verwendung von Erdgas zur Klimaveränderung beiträgt, denn seine Förderung und Verbrennung erhöht die Menge der Treibhausgase (CH4 und CO2) in der Atmosphäre unseres Planeten. Bis man darauf verzichten kann, sollte es vermieden werden, Erdgas nur zu Heizzwecken zu nutzen. Seine Verwendung sollte vielmehr in Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK) ausgerichtet werden, damit nicht nur die Wärme genutzt, sondern einen Teil der Elektrizität zum Betrieb von Wärmepumpen verwendet werden kann, welche Gas- oder Ölheizungen ersetzen.

Ein erster Schritt in Richtung eines verbesserten Wirkungsgrads für Heizungen wurde in den 90er Jahren unternommen: Kondensationskessel (Brennwertkessel), die einen Teil der Wärme der Rauchgase durch Wasserdampfkondensation zurückgewinnen, produzieren im Verhältnis zu konventionellen Heizkesseln bis zu 10% mehr Wärme. Die Hersteller beliefern den Markt ab jetzt mit noch effizienteren Heizkesseln, den "Gas-Wärmepumpen". Bei den Gaswärmepumpen gibt es verschiedene Funktionstypen: Gaskompressormotor-WP, Adsorptions-Gas-WP, etc. Erwähnt werden müssen auch die kleinen stromerzeugenden Heizungen, die, wie ihr Name schon sagt, Elektrizität produzieren.

 

Jalon gaz

 

Eine Gasheizung ist (noch) am geeignetem Ort :

  • Wenn sie mit der Energieplanung des Gebiets in Einklang steht.
  • Wenn das Gebäude nicht gut wärmegedämmt werden kann und eine Hochtemperaturheizung benötigt (in diesem Fall ist die Rauchgaskondensation nur in der Zwischensaison effizient).
  • Wenn das Unternehmen, das sie installiert, eine «Leistungsgarantie» auf sie abgibt.
  • Wenn die Rohrleitungen in nicht geheizten Räumen gut isoliert sind, und wenn die Umwälzpumpen für den Heizwasserkreislauf einen sehr guten Wirkungsgrad aufweisen (Klasse A).
  • Wenn die Heizkörper Thermostatventile besitzen.
  • Wenn im Falle eines Heizkesselersatzes geprüft wird, dass die Wärmeverteilung im bestehenden Heizwasserkreislauf ausbalanciert wird.
  • Wenn zur Unterstützung der Erzeugung von Brauchwarmwasser (und von Heizwasser) thermische Sonnenkollektoren beigezogen werden.
  • Wenn der Boiler regelmässig entkalkt wird.
  • Wenn die Installation sowie der Schornstein regelmässig gewartet und alle zwei Jahre kontrolliert werden.

 

www.erdgas.ch, Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG)

www.biomasseschweiz.ch, Verein Biomasse Schweiz

Leistungsgarantien Gebäudetechnik, damit die Heizungsinstallation wie vorgesehen funktioniert