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In puncto Rentabilität

 

In puncto Rentabilität

Im Moment, in welchem eine Heizungsinstallation zu wählen ist, kann man sich die Frage stellen, welches System ökonomisch betrachtet auf lange Sicht das rentabelste ist. Die ehrlichste Antwort lautet: man wird es erst in 25 Jahren wissen. Denn für eine genaue Antwort müsste man die Kostenentwicklung der Energie und der Hypothekarzinssätze im Voraus kennen.

Die Preisentwicklung von nicht erneuerbaren Energiequellen

Für Heizöl und Erdgas legen die Beschaffenheit der natürlichen Lagerstätten sowie die Entwicklung der weltweiten Nachfrage die Vermutung nahe, dass ihre Kosten eine generell steigende Tendenz aufweisen werden, auch wenn diese von zeitweiligen Preisrückgängen unterbrochen sein wird. Aufgrund der geplanten Stilllegung der Atomkraftwerke in der Schweiz und der steigenden Nachfrage in Europa gilt dasselbe Szenario auch für Strom.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kosten für Brennstoffe (Holz, Gas, Heizöl) und Elektrizität von Faktoren wie Nachfrage, Angebot, Subventionen und Gebühren abhängen, die sich im Laufe der Zeit verändern – die Umweltkatastrophen und geopolitischen Ereignisse nicht miteingerechnet, welche Lieferrückgänge zur Folge haben können und ebenfalls preiswirksam sind. Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Wärmebedarf verringern – und damit auch unsere Abhängigkeit von ausländischen Energieträgern -, und zwar indem der Isolation der Gebäude und ihrer Fähigkeit, Sonnenenergie passiv zu nutzen sowie der Heizenergiemenge pro Bewohner (eine Grössenmenge, welcher bis anhin wenig Beachtung geschenkt wird) Priorität eingeräumt wird.

Elektroheizungen verschwinden allmählich

In der Zeit des starken Ausbaus der Atomenergie (1970-80) wurden sehr viele Elektroheizungen installiert, da sie einerseits viel preisgünstiger waren als andere Heizungsarten und andererseits, weil man vom sehr günstigen Nachttarif für Strom profitieren konnte (Nachtspeicherheizungen). Heute gibt es jedoch keinen billigen Strom mehr und die Elektroheizung zählt zu den klimaschädlichen Heizsystemen. Denn im Hochwinter, also in der kältesten Zeit des Winters, muss ein grosser Teil des Stroms in die Schweiz importiert werden, der mit Öl-, Gas- oder Kohlekraftwerken produziert wird. Hinzu kommt, dass man heute die Gebäude mit einer Wärmepumpe (WP) ausstatten kann, die für dieselbe Heizleistung bis zu viermal weniger Strom benötigt. Aus diesem Grund verbieten die meisten Kantone die Installation neuer Elektroheizungen (Spezialfälle ausgenommen) und fördern stattdessen den Ersatz alter Elektroheizungen.

Heizöl wird zunehmen durch Gas ersetzt

Was die "Zentralheizung" betrifft, genauer gesagt eine Heizung, deren Wärme über Warmwasserrohrleitungen in die Heizkörper bzw. in die Bodenheizungsrohre geleitet wird, ist die Gasheizung momentan die kostengünstigste, da sie technisch gesehen viel einfacher ist als eine Wärmepumpe bzw. eine Öl- oder Holzheizung mit grossem Brennstoffreservoir. Es ist auch einfacher, ein Gasnetz zu unterhalten als ein Netzwerk für Fernwärme, welches ein doppelt geführtes, im Erdreich verlegtes und sehr gut isoliertes Rohrleitungssystem erfordert.

Gasheizungen liegen derzeit an der Spitze der Heizungskäufe für neue oder sanierte Mehrfamilienhäuser, während Wärmepumpen vorwiegend für Einfamilienhäuser gewählt werden. Dies erklärt sich teilweise dadurch, dass das Erdgasnetz vor allem durch die am dichtesten besiedelten Gebiete geführt wird. Ein weiterer Grund liegt aber auch darin, dass ein grosser Teil der mit Erdgas versorgten Gebäude von Mietern bewohnt werden, zu deren Lasten die Kosten für den Brennstoff und den Unterhalt gehen. Ein Einfamilienhaus hingegen wird meist vom Eigentümer selbst bewohnt, der nicht nur die Installationskosten für die Heizung berücksichtigt, sondern auch die langfristig zu erwartenden Preise für Energie und Unterhalt.

Die Wahl der Heizung ist nicht nur eine Geldfrage

Warum sich aber beim Heizungskauf einzig auf die finanzielle Wirtschaftlichkeit konzentrieren, wo doch dies bei Autos, Gartenpools oder der Wohnungseinrichtung auch nicht gemacht wird? Man stellt fest: Immer mehr Hauseigentümer – Einzelpersonen, Gesellschaften oder Kollektive – wählen auch die Heizung und die Isolation ihres Gebäudes nach umweltschonenden Kriterien aus. Da sie weniger Schadstoffe verursachen und die CO2 -Emissionen so tief wie möglich halten möchten, isolieren Hauseigentümer ihr Gebäude stärker als von den Normvorschriften vorgegeben, installieren Sonnenkollektoren, schliessen sich an ein Fernwärmenetz an oder wenden sich an einen Spezialisten für Gebäudethermik, um eine eigene technische Lösung mit erneuerbaren Energiequellen aus ihrer Region zu finden.

Firmen wählen, die eine "Leistungsgarantie" abgeben

Für welches Heizungssystem auch immer man sich entscheidet, es lohnt sich auf jeden Fall, sich zuerst bei einer neutralen Fachperson zu informieren, die keine Marke und auch keinen Energieträger (Holz, Gas, Heizöl, etc.) vertritt. Beim Hausbau sind architektonische Lösungen – eine gute Isolation, Sonnenenergiegewinn durch die Fenster, Gebäudemasse als Wärme- und Kältespeicher – immer besser als solche, die durch technische Installationen erzielt werden: Einfachheit garantiert Wirtschaftlichkeit. Es empfiehlt sich auch eine Heizung zu wählen, deren Leistung genau den Bedürfnissen des Gebäudes entspricht, und sie von einem Unternehmen einbauen zu lassen, das den Betrieb optimieren und den Unterhalt langfristig gewähren kann – und im Idealfall eine "Leistungsgarantie" abgibt. Es ist nicht nur wichtig, dass der Techniker die Heizung gut einstellt, er sollte die Regulierung auch den Personen erklären können, welche die Heizung bedienen. Unsachgemäss gewählte Parameter in der Bedieneinheit der Heizung können während Jahren eine Verschwendung nach sich ziehen.

 

Leistungsgarantien Gebäudetechnik, damit die Heizungsinstallation wie vorgesehen funktioniert