Ferien – oder Wochenendhaus: bereits ab 5 Tagen Abwesenheit lohnt es sich, die Heizung auf 6°C abzusenken

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Ferien – oder Wochenendhaus

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Bereits ab 5 Tagen Abwesenheit lohnt es sich, die Heizung auf 6°C abzusenken.

Wochenendhaus mit einer Winterkappe

Die meisten der Schweizer Ferien- und Wochenendhäuser liegen in den Bergen – Regionen also, in denen die Heizperiode 8 Monate dauern kann. Hausbesitzer haben jedoch keinen Nutzen davon, die Zweitwohnung ständig zu heizen, auch dann nicht, wenn sie regelmässig die Wochenenden dort verbringen. Entgegen der landläufigen Vorstellung benötigt es weniger Energie die Raumtemperatur von 6°C auf 20°C zu erwärmen als eine Temperatur zwischen 15°C und 20°C während fünf Tagen Abwesenheit aufrecht zu erhalten. Und der Energiegewinn ist natürlich umso grösser, je länger die Abwesenheit dauert.

Das Absenken der Temperatur schadet dem Komfort keineswegs, da mittlerweile verlässliche Systeme erhältlich sind, mit denen die Heizung auf Distanz geregelt werden kann – damit sie bei Ihrer Ankunft von einer angenehmen Wärme empfangen werden...

Technische Lösungen gibt es für praktisch alle Heizungen

Die meisten Heizungen können aus der Ferne eingeschaltet oder gesteuert werden:

  • über das Festnetz-Telefon oder das Handy
  • via SMS
  • mit dem Internet

Das Glühwürmchen regelt die Heizung auf Distanz

Bei zahlreichen automatischen Heizungen (Gas, Öl oder Pellets) und Wärmepumpen sind die nötigen Anschlussmöglichkeiten für Fernsteuergeräte bereits vorhanden (bzw. vorgesehen), über welche sie die Steuerbefehle empfangen können. Es lohnt sich deshalb, bereits beim Kauf an eine solche Option zu denken. Für andere Heizungen wie zum Beispiel direkte elektrische Fussbodenheizungen oder Elektroradiatoren ist es praktisch immer möglich, den Zählerkasten des Hauses mit einer speziellen Fernsteuereinheit nachzurüsten, die mit der Heizungsinstallation und dem Festnetz-Telefon oder dem Handy verbunden ist. Um die beste technische Lösung zu finden, empfiehlt es sich, sich von einem Elektriker oder einem Heizungsfachmann beraten zu lassen. Die Fernsteuereinheit inklusive Installation kostet in der Regel zwischen CHF800.- und 1500.-

Die Fernsteuergeräte bieten verschiedene Benutzungsmöglichkeiten. Die einfachsten schalten den Heizbetrieb von der "Frostschutzsicherung" auf normale Raumtemperatur und umgekehrt. Andere regeln auch den Warmwasserboiler. Dann gibt es auch solche, welche verschiedene elektrische Geräte und die Beleuchtung einschalten können. Die allerausgeklügeltesten sind an Sensoren gekoppelt, welche den Hausbesitzer über die Temperatur der Wohnräume oder auch über die Anwesenheit eines Einbrecher informieren können. Für direkte Elektroheizungen besteht die Möglichkeit, die Radiatoren in den verschiedenen Zimmern einzeln zu steuern.

Steuerbefehle via Festnetz-Telefon oder Mobilnetz

Ist bereits ein Festnetz-Telephon installiert, benötigt man kein spezielles Zusatzabonnement zur Fernsteuerung der Heizung. Möchte man das Mobilnetz verwenden, muss das Fernsteuergerät mit einer SIM-Karte mit eigener Telefonnummer ausgerüstet sein. Ein Abo-Abschluss ist nicht nötig, da nur wenige SMS versendet werden, reicht eine Prepaid-Karte aus. Man kann seine Heizung auch über das Internet steuern, aber dies ist in der Regel viel teurer, und zwar nicht nur was die reellen Kosten bzw. Ausgaben betrifft, sondern auch bezüglich des Stroms, der für das Funktionieren des Dispositivs nötig ist.

Unabhängig davon, ob das Fernsteuergerät die Steuerbefehle per Telefontasten, mittels SMS oder via Internet erhält, es ist immer durch einen Sicherheitscode geschützt, damit nur zuvor bestimmte Personen die Befehle übermitteln können. Fernsteuergeräte quittieren die Ausführung des Steuerbefehls zur Temperaturerhöhung bzw. Absenkung der Heizung entweder mit einer Sprachnachricht oder einer Antwort-SMS. Einige Geräte können auch Warnmeldungen an ausgewählte Personen versenden (per SMS oder E-Mail), zum Beispiel wenn die Heizung ausfällt oder die Temperatur unnatürlich stark absinkt, weil ein Fenster offen gelassen wurde.

Différents modèles de commande du chauffage à distanceFernsteuergeräte

Fernsteuergeräte für Heizungen -www.topten.ch

SMS-Steckdose

Nur ein Zimmer heizen

Für den Fall, dass kein Fernsteuergerät an die Heizung angeschlossen werden kann, kann man sich einen kleinen freistehenden elektrischen Heizkörper (sog. Ölradiator) zulegen, und diesen mit einer speziellen Steckdose einschalten, welche eine SMS-Karte für Mobiltelefone besitzt und ferngesteuert auf SMS reagieren kann. Dies ermöglicht es, einige Stunden vor der Ankunft im Ferienhaus einen einzigen Raum zu heizen (Türe schliessen), so dass man wenigstens ein warmes Zimmer zur Verfügung hat, bis die anderen mit der manuell eingeschalteten Heizung aufgewärmt sind. Mit solchen SMS-Steckdosen können alle Elektrogeräte, die einzig mit Strom und ohne weitere Zusatzsteuerungen laufen, via Fernsteuerung ein- bzw. ausgeschaltet werden.

Heizersparnis macht den Preis des Fernsteuergerätes schnell wett

Welcher Art das Ferienhaus auch ist – es lohnt sich, die Wohnungstemperatur während der Abwesenheitszeiten abzusenken, vor allem, wenn man nicht sicher ist, ob man schnell wieder zurückkommt. Wird die Raumtemperatur um nur ein Grad gesenkt, entspricht dies einer Energieeinsparung von 5 bis 7% (was sich auch im Portemonnaie bemerkbar macht). Senkt man die Temperatur von 21°C auf 15°C ab, bewirkt dies eine Einsparung von ungefähr 30% der Heizkosten (rund CHF 300.- pro Jahr für ein durchnittliches Chalet). Geht man bis auf 6°C, kann eine Einsparung von rund 60% erreicht werden – und sogar noch mehr, wenn man die Sonnenenergie nutzt, um die Räume frostfrei zu halten (siehe unten).

Die Heiztemperatur senken bewirkt zudem weitere Einsparungen: der Kompressormotor des Kühlschranks oder des Gefriergeräts läuft weniger; die Lebensmittelvorräte in den Schränken halten länger; der Heizkessel oder die Wärmepumpe weisen einen kleineren Verschleiss auf, da sie weniger oft laufen...

Sobald dann die wärmere Jahreszeit anbricht, sollte man nicht vergessen die Heizung auszuschalten, wenn man die Ferienwohnung verlässt (auf "Frostschutz" stellen), denn eine Heizung, die das ganze Jahr über auf eine Temperatur von 10°C eingestellt ist, kann sich an kühleren Tagen auch mitten im Sommer einschalten!

Bei Abwesenheit ist es sinnvoll, das Boilerwasser auf 10°C zu senken

Ist man mehr als vier Tage nicht im Ferienhaus, ist es sinnvoll, die Wassertemperatur im Boiler auf 10°C (Frostschutz) zu senken und die Umwälzpumpe für die Verteilung des Warmwassers (falls vorhanden) auszuschalten, um Strom zu sparen. Es ist wichtig, das Boilerwasser nicht auf einer mittleren Temperatur zu halten: bei 10°C können sich Legionellen (Bakterien, die schwere Lungenentzündung verursachen) nicht entwickeln, sie können sich aber vermehren, wenn die Wassertemperatur über 20°C liegt. Ab 50°C werden sie von der Hitze abgetötet. Die Ansteckung erfolgt nicht durch das Trinken dieses Wassers, sondern beim Duschen durch Einatmen der zerstäubten Wassertröpfchen, die Legionellen enthalten.

Temperatur während der Abwesenheit sowie den Moment der Temperaturerhöhung klug wählen

Der sinnvolle Gebrauch eines Fernsteuergerätes für die Heizung bedarf ein wenig Erfahrung. Die Zeit, die benötigt wird, um die Raumtemperatur zu erhöhen, hängt von der Aussentemperatur, von der Leistung der Heizung und von der Hauskonstruktion ab: Ein Holz-Chalet ist schneller warm als ein Haus aus Stein oder Beton; ein Gebäude mit Aussenisolation wird langsamer auskühlen, aber auch mehr Zeit benötigen, um erwärmt zu werden. Am Anfang ist es sich hilfreich, sich einige Parameter aufzuschreiben: die tiefste Temperatur, welche für das Ferienhaus während der Abwesenheit gewählt wurde; die Zeit, die zur Erreichung der gewünschte Raumtemperatur benötigt wurde; die Aussentemperaturen der Region des Ferienhauses.

Vergessen Sie nicht, dass eine Bodenheizung 2 bis 3Tage benötigt, bis die Raumtemperatur ein komfortables Niveau erreicht hat. Nutzen Sie bei Elektroheizungen den günstigeren Nachttarif für Strom: schalten Sie sie mindestens eine Nacht vor Ihrer Ankunft ein!

Eine nach Süden ausgerichtete Fenster

In Gebäuden mit mehreren Wohnungen kann die Absenkung der Temperatur einer Wohnung auf 6°C die Wände oder den Fussboden einer angrenzenden Wohnung so auskühlen, dass die Bewohner sie kaum mehr heizen können. Aus diesem Grund wird generell empfohlen, die Temperatur in Mehrfamilienhäusern nur bis auf 12°C zu senken. Ausserdem: wenn alle Wohnungsbesitzer ihre Heizung während ihrer Abwesenheit absenken, aber am Wochenende alle gleichzeitig wieder einschalten (zum Beispiel am Freitagmorgen), braucht es natürlich länger, bis alle Wohnungen wieder warm sind.

Bei nach Süden ausgerichteten Fenstern kann es sich lohnen, die Läden offen zu lassen

Ist die Heizung auf 8°C oder tiefer eingestellt, ist es besser, die Läden der auf der Südseite gelegenen Fenster offen zu lassen, da die in den Raum eintretende und dort gespeicherte Wärme durch die Sonnenstrahlen höher sein kann (passiver Energiegewinn) als der Wärmeverlust, der bei geschlossenen Läden entsteht. Beachten Sie in jedem Fall die tatsächliche Sonneneinstrahlung (Schattenwurf durch Dach, Balkon, Bäume, Berge oder Nachbargebäude sowie Sonnenscheindauer) und natürlich auch die Einbruchsgefahr.

Sollen die nach Süden ausgerichteten Fenster neu gewählt oder ersetzt werden, lohnt es sich, nicht nur eine gut isolierende Verglasung zu wählen (kleiner U-Wert), sondern auch eine solche, die genügend Sonnenenergie durchlässt (grosser g-Wert), um den solaren Wärmegewinn in der kalten Jahreszeit möglichst gut zu nutzen.

Die richtige Wahl der Fenster

Temperaturabsenkung verursacht nur selten Feuchtigkeitsprobleme

Das Risiko von Kondensationsproblemen ist in der Regel gering, ausser wenn die Gebäudehülle sehr dicht ist und eine grosse Feuchtigkeitsquelle im Hausinnern vorhanden ist (z.B. Wassereinsickerungen, Schwimmbad). In den Bergen ist die Innenluft der Ferienhäuser im Winter in der Regel sehr trocken.

In einigen Kantonen sind Fernsteuergeräte per Gesetz vorgeschrieben

Die Kantone Neuenburg und Wallis sind zurzeit die einzigen in der Westschweiz, welche neue Ferienwohnungen (einzeln oder kollektiv) mit dem Energiegesetz zum Einbau von Fernsteuergeräten mit mindestens zwei Raumtemperaturniveaus verpflichten. Diese Anforderungen werden ebenfalls Pflicht für bereits existierende Ferienwohnungen (einzeln oder kollektiv), wenn ein Wechsel des Heizungsverteilsystems vorgesehen ist.

Make Heat Simple – Kampagne EnergieSchweiz zur Senkung des Wärmeverbrauchs von Zweitwohnungen.