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Den eigenen Heizverbrauch einschätzen

Den eigenen Heizverbrauch einschätzen:

– Ist die Heizkostenabrechnung zu hoch?
– Ist es möglich, weniger Energie zu verbrauchen?

Zwei Personen denken über die Kosten und den CO2-Ausstoss ihrer Heizung nach

 

 

Wenn man in einem Einfamilienhaus oder in einer Wohnung mit eigener Heizung wohnt, bekommt man in der Regel die Rechnungen für den Energieverbrauch (Heizöl, Erdgas, Strom, Holz, Fernwärmenetz) vom Lieferanten direkt zugestellt. Ist man hingegen Mieter in einem Mehrfamilienhaus mit einer Zentralheizung, sind die Heizkosten meist in der Monatsmiete enthalten, und zwar in Form einer anteilsmässigen Akontozahlung, welche die Anzahl der Räume der Wohnung (oder die Fläche in m2) berücksichtigt. Am Ende der Heizperiode erstellt die Hausverwaltung oder der Eigentümer die jährliche Heizkostenabrechnung, in welcher auch Ausgaben für Gemeinschaftsräume (Hauseingang, Korridore, Keller) enthalten sind, und anschliessend werden die Gebühren jeder Wohnung an die tatsächlichen Kosten angepasst. Mieter haben das Recht, diese Aufstellung einzusehen, wenn sie sie nicht automatisch erhalten.

 

Energieverbrauch pro m2 fünfmal höher als bei einem anderen Gebäude

Es lohnt sich immer, die eigenen Heizkosten mit denen von Nachbarn oder Freunden zu vergleichen, die in Wohnungen oder Einfamilienhäusern mit ähnlich grosser Wohnfläche wohnen. Dann kann man nämlich sehen, dass ein nicht renoviertes Gebäude aus den 1970er Jahren viermal mehr Energie verbrauchen kann als ein nach heutigen Standards wärmegedämmtes Gebäude, und sogar bis zu fünfmal mehr als ein Gebäude, das den Minergie-Standard erfüllt. Aber um Genaueres zu erfahren muss man die Energiekennzahl (E), das heisst die jährlich für Heizung und Warmwasserbereitung verbrauchte Energie im Verhältnis zur beheizten Brutto-Bodenfläche (= EBF referenzierte Energiebezugsfläche) kalkulieren. Dieser Index wird in Kilowattstunden (oder Megajoule) pro Quadratmeter pro Jahr angegeben. Man kann ihn auch als "Öl-Äquivalent" bezeichnen, denn mit ihm kann man sich eine gute Vorstellung über die Wärmedämmung eines Gebäudes und seinen eigenen Wärmebedarf machen.

Wärmebedarf von Gebäuden seit 1920

Das Gebäude aus dem Jahr 2010 hat einen Wärmebedarf von 48 kWh (~ 4,8 Liter Heizöl) pro m2 und Jahr für die Heizung und die Warmwasserproduktion. Der Wärmebedarf von Minergie- und Miniergie-P-Gebäuden umfasst die Heizung, die Warmwasserproduktion und den Stromverbrauch für den Betrieb der automatischen Komfortlüftung.

 

Gebäude vergleichen unter Verwendung von kWh und CO2-Emissionen

Der Einheiten-Umrechner für verschiedene Heizenergien hilft Ihnen beim Vergleich der mit verschiedenen Energien (Heizöl, Erdgas, Holz etc.) beheizten Gebäude oder Wohnungen, indem er alle verwendeten Energien in Kilowattstunden (kWh) umrechnet. Benötigt man die Angabe von Megajoule (MJ), kann man die Kilowattstunden mit folgender Formel umrechnen:
1 MJ = 0,28 kWh
1 kWh = 3,6 MJ

Dieser Rechner zeigt Ihnen auch die Menge an CO2 an, welche – direkt oder indirekt – in die Atmosphäre freigesetzt wird, abhängig davon, welche Energieträger zur Beheizung des Gebäudes verwendet werden.

Wird ein Gebäude mit einer Wärmepumpe und/oder teilweise mit einer Photovoltaik-Anlage beheizt, kann der Index es in einer besseren Kategorie einordnen als ein Gebäude gleicher Art, das mit fossilen oder erneuerbaren Brennstoffen oder einer elektrischen Heizung beheizt wird. Es wird weniger Energie verbrauchen, ohne notwendigerweise besser isoliert zu sein: Da es erneuerbare Energiequellen wie Umweltwärme und Sonnenenergie nutzt, wird es weniger CO2 ausstossen.

 

Einen GEAK erstellen lassen

GEAK-Gebäudeenergieausweis der Kantone

Die Energiekennzahl bestimmter Gebäude ist den Hausverwaltungen oder den Eigentümern bereits bekannt. Auch die kantonalen Energiefachstellen führen Aufzeichnungen über den Gebäudeenergieverbrauch. Sie ermutigen die Hausbesitzer, einen GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone) durch einen anerkannten, akkreditierten Experten erstellen zu lassen (Kosten je nach Grösse des Gebäudes: ab 700 CHF). Dieser offizielle Ausweis klassiert das Gebäude nach einem zweistufigen Energielabel in Kategorien wie bei der Energieetikette. Die Klassierung berücksichtigt nicht nur den Energieverbrauch des Gebäudes, sondern auch den Einfluss der Heizanlage auf das Klima unseres Planeten (direkte und indirekte CO2-Emissionen). So wird zum Beispiel ein Haus, das mit elektrischen Heizkörpern beheizt wird, weniger gut klassiert als wenn es mit einer Wärmepumpe beheizt würde, die drei- bis viermal weniger Strom verbraucht, um die gleiche Wärmemenge zu erzeugen.

Der Gebäudeenergieausweis kann am Eingang eines Gebäudes angebracht werden: Er bietet einen Vergleich mit anderen Gebäuden und informiert die Mieter oder zukünftigen Käufer über die zu erwartenden Energiekosten. Der Experte, der den GEAK erstellt, bewertet auch, was verbessert werden kann – z.B. durch Sanierungsarbeiten oder bessere Regulierung der vorhandenen Installationen – um so den Verbrauch und die Kosten zu senken. Plant man eine Gebäudesanierung, kann der Experte einen GEAK©Plus erstellen, in welchem er das Gebäude vertieft analysiert und mehrere Szenarien zur Ausführung von Renovationsarbeiten des Gebäudes und seiner technischen Installationen vorschlägt.
GEAK und GEAK©Plus

 

Heizenergieverbrauch entsprechend der Anzahl Bewohner relativieren

Wenn ein Gebäude eine gute Energiekennzahl aufweist, bedeutet dies nicht, dass seine Bewohner weniger negative Auswirkungen auf die Umwelt haben als diejenigen in einem Gebäude, das mehr Heizenergie pro Quadratmeter verbraucht. Es hängt nämlich auch davon ab, über wie viel Wohnraum jeder Bewohner verfügt. In der Regel verbrauchen die Bewohner eines Einfamilienhauses bei vergleichbarer Wärmedämmung mehr Heizenergie als die Bewohner einer Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus, weil sie nicht nur mehr m2 beheizen müssen, sondern auch weil eine individuelle Heizung – bei vergleichbarer Qualität – weniger effizient ist als eine kollektive Heizungsanlage und drittens, weil ein Einfamilienhaus – bezogen auf die Wohnfläche – mehr Wand- und Dachflächen hat, die mit der Aussenkälte in Berührung stehen. Aber natürlich wird eine einzelne Person in einer 5-Zimmer-Wohnung einen grösseren Einfluss auf die Umwelt haben als die Mitglieder einer grossen Familie, die alle zusammen in einem Einfamilienhaus leben.

 

Mit ConsoBat den Energieverbrauch eines Gebäudes überwachen

ConsoBats Armaturenbrett mit 4 Zifferblättern ConsoBat ist ein kostenloser Online-Rechner, der es ermöglicht, den Energieverbrauch der Heizung unter Berücksichtigung der lokalen Wetterbedingungen (Heizgradtage) zu überwachen. Indem man den Energieverbrauch des Gebäudes wöchentlich in ConsoBat einträgt, können Unregelmässigkeiten der Heizungsinstallation schnell festgestellt werden. ConsoBat ermöglicht es auch, die Energieeinsparungen von Renovationsarbeiten (oder die neue und effizientere Regulierung der Heizungsinstallation) zu messen, sogar dann, wenn der Winter kälter als gewöhnlich ist.

ConsoBat ist an die Wetterstationen in der Westschweiz angeschlossen (Freiburg, Genf, Jura, Neuchâtel, Wallis und Waadt). Aber man kann ihn auch benutzen, wenn sich das Gebäude in einer angrenzenden Region befindet.

 


Heizenergie sparen ohne (grosse) Investitionen

Investitionen, um Heizkosten zu sparen und die CO2-Emissionen zu verringern


Renovation und Heizung, ein Informationsmodul über energieeffiziente Gebäude- und Heizungssanierung