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Saison-Tipps

Gut gewählt und gut gepflegt – damit Kerzen russfrei brennen

Kerze

Jede Kerze hat eine bestimmte Flammenhöhe, bei der sie gleichmässig und ruhig brennt. Diese Höhe sollte nicht überschritten werden, um die Raumluft der Wohnung nicht mit Schadstoffen zu belasten.

Eine Kerze von guter Qualität gibt wenig Schadstoffe an die Innenluft ab, wenn ihr Doch kurz gehalten wird, wenn sie abseits von Zugluft brennt und wenn sie nicht zu nahe bei anderen brennenden Kerzen steht. Viele Kerzen russen aber (Feinstaub), wenn man zu wenig auf ihre Flamme acht gibt. Ihr Rauch – manchmal kaum wahrnehmbar, oder wenn sie stark russt auch richtig schwarz – kann nicht nur der Gesundheit schaden, sondern im Laufe der Jahre auch die Wände, Decken und die Möbel schwärzen.

Jede Kerze hat eine bestimmte Flammenhöhe, bei der sie gleichmässig und ruhig brennt.

Automatische Verbrennung

Eine Kerze kann  mit einem kleinen Heizkessel verglichen werden: das Brennstoffreservoir entspricht dem Wachszylinder und der Brenner dem Docht. Betrachtet man den Docht einer brennenden Kerze genauer, sieht man wie das Wachs im Kontakt mit der Wärme der Flamme schmilzt und wie es, flüssig geworden, durch die Kapillarwirkung des Dochts aufgesogen wird und hochsteigt, bis es auf Flammenhöhe verdampft und verbrennt. Natürlich ist es der Sauerstoff aus der Umgebungsluft, der das Verbrennen des Wachses ermöglicht, und genau wie bei einem Heizkessel hängt die Qualität des Verbrennungsprozesses von der richtigen Dosierung der Frischluft und des Brennstoffs ab. Bei zu viel Luft wird die Flamme auslöschen – das geschieht, wenn man auf eine Kerzenflamme bläst. Bei zu wenig Luft wird das nicht vollständig verbrannte Wachs in Form von Russ abgegeben. Wenn eine Kerze guter Qualität unter guten Bedingungen brennt, produziert sie praktisch keinen Russ: Ihre Flamme ist immer gleich gross, sie brennt gleichmässig und bewegt sich kaum.

Die Länge des Dochts bestimmt die Höhe der Flamme

Kerzen können aus verschiedenen Wachssorten bestehen. Oft handelt es sich um ein Gemisch oder um konzentrische Schichten: Bienenwachs, Paraffine (aus Erdöl gewonnen), Stearine (aus tierischen oder pflanzlichen Fetten gewonnen) etc. Tropffreie Kerzen haben eine äussere Wachsschicht mit einem höheren Schmelzpunkt als das Wachs im Zentrum, so entsteht beim Abbrennen ein Ring, der das flüssige Wachs in der sogenannten "Brennschüssel" (oder dem "Brennteller") umgibt. Kerzen unterscheiden sich auch durch ihren Docht, der in der Regel aus geflochtenen, in Borsäure getränkten Baumwollfäden besteht. Man unterscheidet zwischen Flach- und Runddochten.

Dieselbe Kerze vor und nachdem der Docht gekürzt wurde

Links • Weil ihr Docht zu lang wurde, ist die Flamme immer grösser geworden, bis sie den "Rauchpunkt" erreicht hat: Russpartikel entweichen und verursachen unregelmässige Zacken an der Spitze des oberen Flammensaums.
 
Rechts • Dieselbe Kerze nachdem der Docht gekürzt wurde: Der Russ verbrennt in der Flamme, deren Spitze nun rund und glatt erscheint.

Wussten Sie, dass jede Kerzenart aufgrund der Zusammensetzung des Wachses und des Durchmessers des Dochts eine bestimmte Höhe der Flamme hat, die nicht überschritten werden darf, da sie sonst russt? Dies nennt man den "Rauchpunkt". Erreicht eine Kerzenflamme diesen Punkt, franst der obere Flammensaum aus – die Flammenspitze ist nicht mehr rund und glatt. An diesen kleinen Zackenspitzen werden Russpartikel an die Luft abgegeben, da diese nicht im Flammeninnern vollständig verbrannt werden. Die Zacken sind auch ein Zeichen dafür, dass der Docht im Verhältnis zur Luftmenge, welche die Verbrennungsreaktion in Gang hält, zu viel Wachs aufsaugt. Um die Wachszufuhr zu verringern, muss man auf den Brenner einwirken, oder anders gesagt: den Docht kürzen, dann wird die Flammenhöhe kleiner – und dies hat den erfreulichen Nebeneffekt, dass die Kerze erst noch länger brennt.

Je dicker der Docht ist, umso eher wird die Kerzenflamme russen. Ein ganz feiner Docht (ungefähr 1,5 mm) kann nicht so viel Wachs aufsaugen, dass der "Rauchpunkt" erreicht wird, auch wenn er sehr lang ist.

Vor dem Anzünden den Docht kürzen

Bevor man eine Kerze anzündet, sollte der Docht gekürzt werden, im Allgemeinen kürzer als 1 cm: Ein Docht von 6 bis 8 mm Länge passt für die meisten Kerzen. Je dicker der Docht ist, umso kürzer muss er auch sein. Und wenn die Flamme langsam immer grösser wird, bis sie ihren "Rauchpunkt" erreicht hat, muss man den Docht erneut einkürzen. Das Gleiche gilt für rauchende Kerzen: auch hier muss der Docht gekürzt werden. Sollte eine Kerze aber trotz kurzem Docht russen, ist es besser, sie nicht in der Wohnung anzuzünden.

Glühwürmchen und Kerze

Die Dochte der meisten industriell gefertigen Kerzen sind asymmetrisch geflochten, so dass sie sich selbständig kürzen: wird der Docht beim Abbrennen der Kerze nach und nach länger, krümmt er sich in der Flamme zur Seite und verbrennt dann am Rand der Flamme. Der Mechanismus funktioniert aber nicht immer perfekt. Ausserdem können sich Russteilchen an der Dochtspitze festsetzen, und eine Schmelzperle oder ein Russköpfchen bilden: auch diese müssen abgeschnitten werden...

Beim Auslöschen der Kerze kann ebenfalls vermieden werden, Feinstaub zu produzieren: Anstatt die Flamme auszublasen – was Rauch entstehen lässt – kann man den Docht kurz in das geschmolzene Wachs des Brenntellers eintauchen und wieder aufrichten. Dafür kann man dieselbe Schere benutzen, mit welcher der Docht gekürzt wurde.

Massvoll geniessen

Bougie

Kerzen verleihen unserer Wohnung ein warmes Ambiente, eine heimelige Behaglichkeit. Ihr Licht wirkt beruhigend und entspannend. Werden Kerzen von guter Qualität richtig abgebrannt – natürlich immer unter Beaufsichtigung, damit sie keinen Brand verursachen – verursachen sie keine nennenswerten Probleme. Trotzdem ist keine Kerze wirklich gut für die Gesundheit. Man sollte deshalb vermeiden, zu viele Kerzen auf einmal anzuzünden. Was Duftkerzen betrifft, oder solche, die schlechte Gerüche neutralisieren (Absorberkerzen), so sollten sie massvoll eingesetzt werden, denn sie bilden eher Russ. Die Flamme einer Kerze kann die Raumluft nicht reinigen: sie gibt nur zusätzliche Schadstoffe in die Luft ab. Ausserdem neutralisiert sie keine schlechten Gerüche, sondern verbreitet Moleküle, die unsere Nase täuschen, indem sie die Gerüche überdecken, die uns stören. Auch gibt es immer mehr Personen mit Allergien oder Asthma, bei denen solche Duftstoffe zu Atembeschwerden führen, egal ob diese aus natürlicher Herkunft stammen oder nicht. Um unerwünschte Gerüche zu entfernen hilft gutes Lüften der Räume meist am besten.

 

Einige nützliche Massnahmen zum Abbrennen von Kerzen :

  • Masshalten beim Kerzen anzünden: Je weniger Kerzen in einem Raum brennen, umso weniger wird die Raumluft verschmutzt.
  • Kerzen von guter Qualität wählen und mit Vorteil solche, die nur aus Wachs bestehen: Je mehr Substanzen beigemischt sind, die ebenfalls verbrennen (Farbstoffe, Duftstoffe, Pailletten, Verzierungen), umso mehr verschiedene Schadstoffe werden an die Luft abgegeben.
  • Kerzen mit dickem Docht meiden: Je dicker der Docht ist, umso eher wird die Kerze russen.
  • Kerzen nicht in Zugluft stellen (nicht neben eine Lüftungsöffnung oder ein undichtes Fenster): wenn die Flamme tanzt, brennt die Kerze schlecht und russt eher.
  • Kerzen nicht zu tief in ein Gefäss stellen, das unten keine Luftzufuhr besitzt: Die Flamme erhält zu wenig Luft und die Kerze neigt zu Rauchbildung. Ist das Gefäss am oberen Rand vom Russ geschwärzt, beweist dies, das die Kerze schlecht abbrennt.
  • Einen Abstand von mindestens 10 cm zwischen den brennenden Kerzen einhalten: Stehen die Kerzen zu nahe beieinander, erhalten sie zuwenig Luft und rauchen stärker. Kerzen mit mehreren, eng stehenden Dochten haben dasselbe Problem.
  • Vor dem Anzünden der Kerze den Docht mit einer kleinen Schere (evtl. spezielle Dochtschere) auf weniger als einen Zentimeter kürzen.
  • Falls die Kerze zu rauchen beginnt oder die Flamme unruhig züngelt, den Docht kürzen. Man kann die Kerze dazu auslöschen oder den Docht auch bei brennender Flamme schneiden (geht im Handumdrehen). Der Docht wird am besten gekürzt, bevor die Kerze zu russen beginnt (siehe Fotos unten).
  • Reste vom Docht oder von Streichhölzern nicht in der Brennschüssel der Kerze lassen: Sie verunreinigen das Wachs und können auch die vom Docht aufgesaugte Wachsmenge in der Flammen erhöhen, was beides zu Russbildung führt.
  • Um selbst beim Kerzenlöschen keinen Rauch entstehen zu lassen, die Kerze mit einem Kerzenlöscher (Löschhütchen) auslöschen, oder den Docht kurz in das flüssige Wachs tauchen und wieder aufrichten.
  • Der Raum über einer Kerze muss frei sein (keine Kerzen im Bücherregal abbrennen!). Angezündete Kerzen müssen immer beaufsichtigt werden, vor allem wenn kleine Kinder im Raum sind.

 

Raumdüfte, offizielle Seite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) -www.bag.admin.ch

Kerzen sind eine Feinstaubquelle, aus "Einstein" vom 9.12.2010, SRF Player -www.srf.ch

 

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