Trinkwasser

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Das Trinkwasser in der Schweiz stammt hauptsächlich aus Quellen (40%), Grundwasser (40%) und Seen (20%). Die Einwohner verbrauchen davon jedes Jahr das Volumen eines Würfels mit einer Seitenlänge von 1 Kilometer. Dies entspricht 2% des Niederschlags, der als Regen oder Schnee auf unser Land fällt. Rund 3000 private und öffentliche Gesellschaften sind unter der Aufsicht der Kantone mit der Verteilung von Trinkwasser beauftragt.

Berühren Sie den Wasserhahnen und die Bildchen im Diagramm.

Wasser fliesst ab und kommt zurück

Hier zum Beispiel speist der See das Grundwasser, aus dem das Wasser gepumpt wird, das aus dem Wasserhahnen fliesst. Nach seiner Verwendung im Waschbecken durchläuft das schmutzige Wasser eine Abwasserreinigungsanlage, aus welcher es zu ungefähr 85% gereinigt in den See zurückgeleitet wird. Aus diesem Grund können bestimmte Produkte, die ins Lavabo gegossen werden und die nur schwer biologisch abbaubar sind, eines Tages wieder im Wasser aus dem Wasserhahnen auftauchen.

Quellwasser

Eine Quelle sprudelt ganz von selbst, und ihr Wasser wird ohne Pumpleistung gefasst. Quellen werden von Regen- oder Schneewasser gespiesen, das zuvor mehrere Meter tief in den Boden eingedrungen ist. Auf diese Weise wird das Wasser erst durch verschiedene Schichten aus Humus, Gestein und Sand gefiltert und geklärt, bis es auf eine wasserundurchlässige Schicht aus Ton oder Fels stösst, wo es sich sammelt und von wo aus es zur Quellfassung strömt.

Seewasser

Das Rohwasser wird zur Fabrik gepumpt, wo es mit Ozon gegen Algen und Bakterien behandelt wird. Mit weiteren Reinigungsschritten (Ausflockung und Filterungen) werden Schwebestoffe entfernt. Falls nötig wird sein Säuregehalt reguliert, um der Korrosion der Wasserleitungen vorzubeugen. Schliesslich wird dem Wasser in den meisten Fällen noch Chlor zugesetzt, damit sich keine Keime in den Wasserleitungen einnisten können.

Abwasserreinigungsanlage (ARA)

Das aus Haushalten, Landwirtschaft und Industrie stammende verschmutzte Wasser muss geklärt werden, bevor es wieder in die Natur zurückgeleitet wird. Zunächst werden feste Abfälle sowie Sand und Fette entfernt. Anschliessend werden Substanzen natürlicher oder synthetischer Herkunft, die biologisch abbaubar sind, von Bakterien aufgezehrt. Doch trotz dieser mehrstufigen Reinigungsschritte durchläuft eine nicht zu vernachlässigende Menge von synthetischen Schadstoffen aus den Abwässern die Kläranlagen, ohne eliminiert zu werden: man nennt sie Mikroverunreinigungen.

Reservoir

Trinkwasser wird in hoch gelegene Reservoirs gepumpt (oder in Wassertürme im Flachland). Damit werden zwei Ziele gleichzeitig erreicht: Einerseits bilden die Reservoirs wie ihr Name schon sagt eine Wasserreserve – besonders zur Brandlöschung -, andererseits kann so Druck in den Wasserrohren erzeugt werden, damit das Wasser leicht in alle Etagen der Gebäude gelangt.

Grundwasserpumpstationen

Von der Oberfläche aus wird das Wasser aus dem Grundwasser gepumpt. Ist die Wasserqualität gut, ist keine weitere Behandlung notwendig. Damit sich keine schädlichen Keime bilden können, wird das Wasser allerdings oft gechlort, bevor es ins Wasserverteilnetz geleitet wird. Wird mehr Grundwasser abgepumpt als natürlicherweise durch Regen, Seen und Wasserläufe nachfliesst, sinkt der Wasserspiegel, was Pflanzen, die an der Oberfläche wachsen, schaden kann.

Verbrauch

In der Schweiz sinkt der Wasserverbrauch pro Einwohner dank wassersparender Haushaltsgeräte, besser durchdachten WC-Spülungen und der Tatsache, dass öfter geduscht statt gebadet wird. Jeder Einwohner verbraucht für seine täglichen Bedürfnisse im Mittel 140 Liter Trinkwasser pro Tag. Zieht man den Wasserverbrauch des gesamten Landes in Betracht (inklusive Landwirtschaft und Industrie), so steigt der durchschnittliche Verbrauch auf ca. 300 Liter Trinkwasser pro Tag und Einwohner.

Gletscher

Gletscher sind nicht einfach nur ein schönes Naturphänomen. Sie stellen auch riesige Wasserreserven dar, die Flüsse das ganze Jahr hindurch mit Wasser versorgen, auch wenn es nicht regnet. Ihr Schmelzwasser füllt auch Stauseen, von welchen aus das Wasser in die Tiefe stürzt, um weiter unten Turbinen zur Stromproduktion anzutreiben. Durch die gegenwärtige Klimaerwärmung verlieren die Schweizer Gletscher an Dicke und Oberfläche.

See

Ein See ist eine Trinkwasserreserve, die geschützt werden muss. Und daran sollte man denken, wenn man vor dem Spülbecken oder dem WC steht: Denn alle Reinigungsmittel und Abfälle, die man über das Abwasser entsorgt, können das Wasser der Seen verunreinigen. Wissenschaftler stellen fest, dass immer mehr und unterschiedlichere nicht natürliche und schwer abbaubare chemische Substanzen in unseren Gewässern vorhanden sind. Diese diffuse Verschmutzung ist wahrscheinlich die Ursache dafür, dass es immer weniger Fische gibt.

Grundwasser

Vor Millionen von Jahren, während der Eiszeiten, war das schweizerische Mittelland von dicken Kiesschichten überdeckt, zwischen dessen Ritzen das Wasser heute noch gelagert ist. Das Grundwasser kann von einem See oder Fluss stammen, aber auch von Regenwasser, das auf die Oberfläche fällt. Umweltgifte, die man in Gewässer oder den Boden einbringt, können es deshalb verschmutzen, wenn sie nicht durch die Gesteinsschichten und die darin vorkommenden Mikroorganismen herausgefiltert werden. Auch Bohrungen können seine Sauberkeit beeinträchtigen, da sie das direkte Eindringen von Wasser der verschmutzten Oberflächen ins Grundwasser vereinfachen.