Lüften

 

 

Lüften muss sein

Die Luft eines Wohnraumes muss regelmässig erneuert werden. Aber nicht um den verbrauchten Sauerstoff zu erneuern (davon kommt immer genügend durch die Mauern und die Zwischenräume herein), sondern um die Verunreinigungen der Innenluft abzuleiten: Küchendämpfe, Feuchtigkeit, Textilstaub, Lösungsmittel die aus dem Putzschrank entweichen etc. Natürlich muss auch das Kohlendioxid (CO2), das die Bewohner ausatmen, aus den Räumen entfernt werden.

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Altes Gebäude + alte Fenster

Oft ist eine Lüftung für verbrauchte Luft in der Küche und eine zweite im Bad vorhanden. Die Luft wird durch ein Gitter unter der Decke angesaugt und ausgetauscht. Im Winter wird die Zimmerluft mit kalter Aussenluft ausgetauscht, die durch Lücken in der Dichtung zwischen dem Fenster und dem Rahmen eindringt.

Auf diese Weise lässt ein altes Fenster mit Einfachverglasung nicht nur Wärme durch die Scheibe entweichen, sondern lässt gleichzeitig die Kälte herein.

 

Renoviertes Gebäude + dichte Fenster

Wird ein altes Fenster durch ein neues, dicht schliessendes mit Doppelverglasung ersetzt, kann keine Luft mehr eintreten. Kann Luft nicht an anderer Stelle in das Gebäude gelangen, funktioniert der Luftaustausch schlecht (dies gilt auch für die elektrischen Absauggebläse in WC und Badezimmer) - und die Feuchtigkeit kann nicht ausgeleitet werden: Sie kondensiert auf den kältesten Mauern und Scheiben und verursacht Schimmelbildung.

Um die Zimmerluft zu erneuern, muss das Fenster kurz aber weit geöffnet werden, und zwar 3 bis 5 mal pro Tag. Die Luft wird innerhalb von 5 Minuten ausgetauscht. Eine längere Lüftungszeit führt nur dazu, dass die Mauern und Möbel auskühlen und durch die Heizung erneut erwärmt werden müssen, was eine Energieverschwendung ist.

 

Renoviertes Gebäude + belüftete Fenster

Es gibt Fenster, bei denen Rahmen (oder Chassis) mit Lüftungsschlitzen versehen sind, deren Öffnung man regeln kann. Je nach Modell wird die Luft vorgewärmt in den Innenraum geleitet. Erhältlich sind auch automatische Lüftungsregler, die sich entsprechend der Raumfeuchtigkeit öffnen.

Auch wenn die Aussenluft in die Wohnung gelangt, ist ein solches Fenster bezüglich der Energieeinsparung und des Komforts viel wirksamer als ein altes: Es lässt weniger Lärm herein und auf den Scheiben bildet sich kein Kondenswasser.

Oft ist es möglich, Lüftungsschlitze nachträglich in bereits installierten, dicht schliessenden Fenstern anzubringen.

 

Sanierung nach Minergie-Standard

Das Gebäude wurde isoliert (am besten von Aussen); dichte Fenster mit hoher Dämmwirkung wurden eingesetzt. Die verbrauchte Zimmerluft wird kontinuierlich durch Frischluft ersetzt, die via Lüftungsgitter in Boden- oder Deckennähe in den Raum eingeleitet wird. Der Energieverbrauch kann zusätzlich gesenkt werden, wenn die eintretende Luft in einem Wärmetauscher von der Abluft erwärmt wird (hier nicht dargestellt).

Auch wenn diese Art von sanfter Lüftung elektrischen Strom benötigt, spart sie viel Heizenergie. Ausserdem ermöglicht sie einen unvergleichlichen Komfort, denn Schlafen in frischer Luft ist nun bei geschlossenem Fenster möglich.