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Klimaerwärmung

 
 

Der CO2-Überschuss verändert das Klima der Erde

Die Hauptursache für die klimatischen Veränderungen auf unserem Planeten ist das Kohlendioxid (CO2), das seit 800’000 Jahren noch nie in solch ungeheuren Mengen in der Luft vorgekommen ist. Es akzentuiert die Kapazität der Erdatmosphäre, die Sonnenwärme durch den Treibhauseffekt zu speichern. Die Ursachen des Übermasses an CO2 sind bekannt: einerseits die Entwaldung, aber zur Hauptsache der ungezügelte Verbrauch von fossilen Brennstoffen: Heizöl, Benzin, Erdgas und Kohle. Durch unseren Lebensstil gelangen jedoch auch andere Treibhausgase in die Atmosphäre wie Methangas, Distickstoffmonoxid (besser bekannt unter der Bezeichnung Lachgas) und fluorierte Treibhausgase (F-Gase).

Berühren Sie die roten Punkte.

 

Zivilisation – CO2

Die Bewohner von Nordamerika verzeichnen den grössten CO2-Ausstoss pro Kopf. Sie werden dicht gefolgt von anderen Weltregionen, in denen ein industrieller und motorisierter Lebensstil vorherrscht: Europa, Grossstädte in Asien und Südamerika.

Zählt man das gesamte, von einem Land ausgestossene CO2 zusammen, ist darin dasjenige zur Herstellung und zum Transport der importierten Güter nicht enthalten. Daher müsste man eigentlich einen grossen Anteil des von China emittierten CO2 – das mittlerweile den ersten Platz der Emissionsländer von Treibhausgasen einnimmt – zur Rechnung derjenigen Länder hinzuzählen, welche chinesische Industrieprodukte konsumieren.

Das Ende des Golfstroms ?

Der Golfstrom ist eine starke Meeresströmung im Atlantik, die relativ warmes Wasser vom Golf von Mexiko bis nach Europa führt, und so für unser mildes Klima sorgt. Anfangs der 2000-er Jahre stellten Forscher die Hypothese auf, dass diese "Wärmepumpe" aufgrund der Erwärmung der Meere versiegen könnte: Der Nordosten Europas würde schliesslich dasselbe Klima wie Kanada haben. Auch wenn sich diese Hypothese heute nicht bestätigt hat, zeigt sie dennoch auf, dass die globale Erderwärmung grosse Unsicherheiten bezüglich unserer Zukunft birgt.

Erdgas

Erdgas wird aus dem Untergrund gewonnen. Es besteht hauptsächlich aus Methan (CH4), ein Gas mit sehr viel stärkerem Treibhauseffekt als CO2. Oft wird Erdgas als "akzeptabler" fossiler Brennstoff dargestellt, da es – bei gleicher Energieausbeute – 29% weniger CO2 produziert als Erdöl und sogar 44% weniger als Kohle, aber auch weil bei seiner Verbrennung weniger Schadstoffe freigesetzt werden als dies bei den anderen fossilen Brennstoffen der Fall ist. Berücksichtigt man jedoch die Menge des Erdgases, die bei der Gewinnung, der Lagerung, dem Transport und der Verteilung entweicht, ist es gut möglich, dass Erdgas letztlich keine bessere Umweltbilanz aufweist als Erdöl oder Kohle.

Mehr Grossbrände

In Nordamerika, Europa und Russland treten immer häufiger Wald- und Flächenbrände auf – dies steht im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung. Denn die Schneeschmelze setzt in der Tat früher ein, die Sommer dauern länger und sind trockener und es fallen viel mehr Bäume der Dürre und den Parasiten zum Opfer – und werden so zum Brennstoff für die Brände. Da ausserdem die Gewitter viel heftiger ausfallen, gibt es mehr Blitze, welche die Feuer entzünden. Diese Brandkatastrophen setzen CO2 in die Atmosphäre frei und verstärken so wiederum den Treibhauseffekt.

Es schmilzt im Norden

Der Nordpol weist kein Festland auf, vielmehr formt der gefrorene Ozean eine mehrere Meter dicke schwimmende Insel aus Eis: das Packeis. Die Oberfläche des Packeises verändert sich mit der Kälte und ist deshalb im Sommer kleiner als im Winter. Doch die genauen Beobachtungen, die seit 1979 durchgeführt werden, zeigen, dass sich die jeweils Ende September gemessene Oberfläche unaufhörlich verringert. Alle 10 Jahre nimmt sie um 10% ab. Angesichts der Tatsache, dass flüssiges Meerwasser mehr Sonnenenergie absorbiert als zu Eis gefrorenes Meerwasser, das als Reflektor fungiert, erwärmt sich das Meer schneller, was wiederum ein schnelleres Abschmelzen des noch vorhandenen Packeises zur Folge hat.

Von weit her

Der Meerestransport verursacht 3 bis 4% der gesamten CO2-Emissionen. Um Güter zu uns kommen zu lassen, ist es natürlich viel vernünftiger und kostengünstiger, wenn Schiffe statt Flugzeuge verwendet werden. Aber warum Produkte kaufen, die von anderen Ende der Welt stammen – Wein aus Chile, Äpfel aus Südafrika, Lammfleisch aus Neuseeland, Bohnen aus Kenia, Holz aus Indonesien – wo diese Produkte doch auch in unserer Region vorkommen? Um die umweltbelastenden Transporte zu verringern, kann man lokal produzierte Güter bevorzugen und Saisonfrüchte und -gemüse kaufen, die auf natürliche Weise gereifte sind (denn die Gewächshausproduktion benötigt auch Heizöl oder Gas).

Tropenkrankheiten im Vormarsch

Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, dass die klimabedingte Erwärmung zur Ausbreitung bestimmter Krankheiten führt wie Malaria, die sich auf Regionen ausdehnen wird, die bisher von ihr verschont geblieben sind, zum Beispiel in Richtung Europa. Bestimmte Mücken, die solche Krankheiten übertragen können, wurden bereits im Tessin beobachtet.

Die Alpen erwärmen sich

Die Schweiz ist eines der von der Klimaerwärmung stark betroffenen Länder: +1,5 Grad Celsius im Laufe der letzten einhundert Jahre, gegenüber +0,6 Grad des weltweit gemessenen Mittels. Seit 1850 sind nicht weniger als 250 Gletscher unseres Landes weggeschmolzen. In den Ebenen leidet die Vegetation unter Trockenheit, zum Beispiel im Wallis und Tessin, wo sich Grasland bereits in Steppen verwandelt.

Der Meeresspiegel steigt

Je nach Kontinent ist der Meeresspiegel im Verhältnis zum Jahr 1900 bereits um ungefähr 10 bis 25 cm gestiegen. Bis ins Jahr 2100 dürfte das Niveau noch einmal etwa 29 bis 82 cm steigen. Dies ist das wahrscheinlichste aller Szenarien, aber die pessimistischsten Wissenschaftler haben einen doppelt so hohen Anstieg berechnet.

Der Meeresspiegel steigt immer schneller. Der Mittelwert des Wasseranstiegs der letzten 20 Jahre beträgt jährlich 3,2 mm.

Mehr Regen im Winter

Die Erwärmung der Erde erhöht die Wasserverdunstung, was sich auf die Niederschläge auswirkt. In der nördlichen Hälfte Europas werden die Sommer trockener und die Winter niederschlagsreicher. Winterliche Starkniederschläge, die zu Überschwemmungen führen, dürften in Zukunft noch häufiger werden.

Immer öfter: El Niño und La Niña

Im Westen von Peru treten im Pazifik zyklische Temperaturschwankungen auf, welche zu grossräumigen Veränderungen von Meeresströmungen, Passatwinden und Niederschlägen führen. Steigt die Temperatur, wird dieses Phänomen El Niño genannt. Sinkt die Temperatur, nennt man es La Niña. El Niño führt zu Trocken- und Dürreperioden besonders im Nordosten von Brasilien, im nördlichen Amazonsbecken, dem Hochplateau von Peru und Bolivien sowie in der dem Pazifik zugewandten Seite Zentralamerikas. La Niña verursacht starke Niederschläge in Kolumbien und Dürreperioden im Süden Brasiliens. Durch die globale Erwärmung treten diese Schwankungen öfter und intensiver auf, was die Anzahl und die Schwere der Naturkatastrophen erhöht.

Holzschlag ohne Unterbruch

Die Entwaldung trägt ganz entscheidend zur Klimaerwärmung bei, denn die Zerstörung von Pflanzen und Böden setzt nicht nur CO2 in die Atmosphäre frei, sondern entzieht unserem Planeten gleichzeitig die Flächen, welche das von uns Menschen produzierte Übermass an CO2 binden und speichern können.

Will man nicht zur Zerstörung der Wälder beitragen, empfiehlt es sich beim Kauf von Möbeln oder von Bauholz zu überprüfen, dass es sich um Holz handelt, das mit dem FSC-Label oder dem "Q" (Schweizerqualität) ausgezeichnet ist.

Zunahme der starken Stürme

Seit 1970 hat die Aktivität der tropischen Wirbelstürme (auch "Hurrikane" genannt) im Nordatlantik zugenommen. Wissenschaftlich betrachtet kann diese Zunahme jedoch nicht mit Sicherheit in Zusammenhang mit der Klimaerwärmung gesetzt werden, da keine Satellitenbilder über eine ausreichend lange Zeitspanne zur Verfügung stehen.

Die Wüste wächst

Die Klimaerwärmung führt in bestimmten Weltregionen zu Hungerkatastrophen, da die Niederschläge zu selten werden, um Viehwirtschaft oder Ackerbau zu betreiben. Für Afrika rechnet die UNO damit, dass sich die Trockengebiete bis ins Jahr 2080 von 50 auf 90 Millionen Hektaren vergrössern werden, was das Risiko für Hungerkatastrophen in diesem Kontinent vergrössert.

Ausdehnung der Ozeane

Die Ozeane haben 90% der zwischen 1971 und 2010 auf der Erde akkumulierten Energie absorbiert. Innerhalb dieser 40 Jahre hat sich ihre Temperatur vor allem in den oberen Wasserschichten (bis 75 Meter Tiefe) um rund ein halbes Grad erwärmt. Das Phänomen der thermischen Expansion der Meere ist zusammen mit dem Schmelzen der Gletscher und der Polkappen sowie der Erschöpfung der Grundwasserreservoire ursächlich für den Anstiegs des Meeresspiegels.

Verluste beim Fischfang und in der Aquakultur

Auch in der Fischerei und der Aquakultur machen sich die Klimaveränderungen bemerkbar: Fangmengen wie auch Produktionsmengen von Fischen und Meeresfrüchten sind an zahlreichen Küsten- und Mündungsgebieten rückläufig. Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle: die Zunahme von CO2 in der Atmosphäre erhöht die Temperatur und den Säuregehalt des Meerwassers, die Meeresströmungen (reich an Plankton und Nährstoffen) verändern sich, die Gletscherschmelze und neue Niederschlagsmuster modifizieren die Durchflussmenge und die Wasserqualität von Flüssen, die ins Meer münden. Nicht zu vergessen sind auch die Gewässerverschmutzung und die Überfischung, welche beide die Lage noch verschlimmern.

Immer mehr Erdöl

Noch nie war die Erdölförderung so gross wie heute, um die unaufhörlich steigende weltweite Nachfrage zu befriedigen. Aber auch wenn in Asien (China und vor allem Indien) immer mehr Erdöl verbraucht wird, so ist dennoch der Pro-Kopf-Verbrauch in Nordamerika, Australien und Europa am grössten.

Überschwemmungen

Überall in der Welt hat man Häuser am Meeresrand oder in überschwemmbaren Gebieten gebaut. Angesichts der steigenden Meeresspiegel müsste man zwischen massiven Infrastrukturbauten oder der Umsiedelung der Bevölkerung wählen. Bangladesh ist aufgrund seiner grossen Bevölkerungsdichte und seiner geringen Mittel besonders gefährdet.

Freisetzung von Methangas

In Sibirien wie auch im Norden von Kanada und Alaska zeigen sich die Folgen der Klimaveränderung besonders deutlich, vor allem im Winter. Die Klimaerwärmung bringt nicht nur die Wälder in borealen Zonen aus dem Gleichgewicht, sondern droht auch den Permafrost aufzutauen (d.h. dauernd gefrorener Boden) – wodurch gigantische Mengen an Methangas (CH4) in die Atmosphäre freigesetzt würden. Dieses Gas, das bei der natürlichen Verrottung in Torfmooren entsteht, würde den Treibhauseffekt und deshalb auch die Erwärmung der Erde dramatisch verstärken – mit seiner Freisetzung wäre ein katastrophaler Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt.

Die Wissenschaftler befürchten auch, dass die Permafrostschmelze Viren und Bakterien freisetzen könnte, die seit Tausenden von Jahren im Eisboden eingeschlossen sind, und die unerwartete Krankheiten und Epidemien auslösen könnten.

Weniger Eis in den Bergen bedeutet weniger Wasser im Tiefland

In vielen Weltregionen stellt man Veränderungen bei Regen- und Schneefällen fest – was die Qualität und die Menge der Wasservorräte beeinträchtigt. Fast überall auf der Welt beginnen die Gletscher zu schmelzen. Ist aber ein Gletscher verschwunden, erhält das weiter unterliegende Tal nicht mehr das ganze Jahr über kontinuierlich Wasser: Flüsse und Brunnen können während einem Teil des Jahres austrocknen.

Durch die Klimaerwärmung tauen auch die Böden in hoch gelegenen Gebieten auf, welche bis jetzt durchgehend gefroren waren (Permafrost), was Erdrutsche begünstigt.

Brennstoff zur Elektrizitätsgewinnung

Der Hauptteil der weltweit hergestellten Elektrizität wird in Heizkraftwerken produziert, die für einen Viertel des durch uns Menschen verursachten CO2s verantwortlich sind. Sie verbrennen Kohle, Erdöl oder Erdgas, um Wasser zu erwärmen, und der dabei entstehende Dampf treibt Turbinen an, die Strom erzeugen. Diese Fabriken tragen auch zur Umweltverschmutzung bei.

Stromsparen ist deshalb auch aktiver Schutz von Luft und Klima.

Grosser CO2-Emittent

Weltweit nimmt der Luftverkehr um mindestens 5% pro Jahr zu. Diese Transportweise verbraucht sehr viel Treibstoff. Ausserdem stossen die Flugzeugturbinen CO2 und Schadstoffe in grosser Lufthöhe aus, wo ihre Auswirkungen auf das Klima besonders schädlich sind.

Kleine Inseln in Gefahr

Auf Grund des angestiegenen Meeresspiegels musste die Bevölkerung mehrerer kleiner Inseln der Malediven bereits evakuiert werden. Wenn sich nichts ändert, werden noch vor Ende dieses Jahrhunderts zahlreiche auf der Welt verstreuten Inselgruppen von der Landkarte verschwunden sein...

Übersäuerung der Meere

Ein Teil des CO2 aus der Luft wird von den Meeren absorbiert und zu Kohlensäure umgewandelt, was das Wasser saurer macht. Seit den 1950-er Jahren hat der Säuregehalt der Ozeane bereits um einen Viertel zugenommen. Und dieses Phänomen setzt sich in einer in der ganzen 300 Millionen Jahre andauernden Erdgeschichte noch nie dagewesenen Geschwindigkeit fort. Aber: Je saurer die Ozeane werden, desto weniger CO2 können sie aus der Luft absorbieren. Und viele Meeresorganismen aller Grössen können ihre Muschelschalen oder Skelette nur mühevoll ausbilden, während andere wiederum sich stark vermehren könnten, wie beispielsweise gewisse Algen.

Zu salzig !

Viele Grossstädte, die an den Küstenregionen liegen – wie Jakarta, Manila, Bangkok oder Shanghai -, werden schwerwiegende Probleme bei der Trinkwasserversorgung haben, und zwar ebenfalls auf Grund der durch die Klimaerwärmung verursachten steigenden Meeresspiegel. Dieses Problem wird früher eintreffen als starker Wellengang, der diese Küsten bedrohen wird. In bestimmten Regionen ist bereits Salzwasser in poröses Felsgestein eingedrungen und hat sich mit dem Süsswasser des Grundwassers vermengt, das sich dadurch immer weniger als Trinkwasser eignen wird.

Bedrohte Korallenriffe

Korallenriffe (die von vielen Arten winzig kleiner Seeanemonen gebaut werden) bieten einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Schutz. Weltweit sind bereits viele Riffe abgestorben, andere befinden sich wegen der steigenden Temperaturen sowie des Säuregehalts des Meerwassers in schlechtem Zustand.

Ein totes Korallenriff ist auch für Bevölkerungen, die von Fischfang oder Tourismus leben, ein grosser Verlust.

Die Antarktis hält (noch) stand

Die Antarktis ist ein Festland, das vollkommen von Gletschern bedeckt ist, deren Eisdicke im Durchschnitt eineinhalb Kilometer beträgt. In diesen Eismassen sind rund 70% des gesamten Süsswassers unseres Planeten eingeschlossen. Bis jetzt hält der antarktische Kontinent der Klimaerwärmung noch stand: Die Gletscher schmelzen nur an den Rändern, im Landesinnern verdicken sie sich, da sie dort mehr Schnee erhalten. Die umliegende Meereisfläche dehnt sich tendenziell aus, wahrscheinlich aufgrund der Veränderung der Winde und Wasserströmungen und auch weil die schmelzenden Gletscher extrem kaltes Süsswasser in das Meer leiten. Berechnungen von Computer-Klimamodellen lassen die Schätzung zu, dass dieser Zustand noch etwa ein halbes Jahrhundert dauern könnte, bevor die Eisschmelze überhand gewinnt.