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Wussten Sie schon?

Die Welt verbraucht jeden Tag ein 76’000 km hohes Fass Erdöl

Der weltweite Verbrauch von Erdöl hat 95 Millionen Barrels pro Tag überschritten. Ein Barrel, das ist die im Finanz- und Industriebereich benutzte Volumeneinheit, entspricht in etwa 159 Litern (genau: 158,87 Liter). Anders gesagt: Unsere Zivilisation "schluckt" jeden Tag mehr als 15 Milliarden Liter dieser fossilen Energie.

Um sich diese tägliche Menge besser vor Augen zu führen, stellt man sich am besten eine kleine Tonne von 50 cm Durchmesser und 80 cm Höhe vor. Würde man 95 Millionen dieser Fässer Bauch an Bauch aneinander reihen, ergäbe dies eine Strecke von mehr als 40'000 Kilometer, was dem Erdumfang am Äquator entspricht – jeden Tag. Stellt man sich die Fässer aufeinandergestellt vor, erhält man eine Säule von … 76'000 Kilometer Höhe – jeden Tag. Das letzte Barrel wäre dann doppelt so weit von der Erdoberfläche entfernt wie ein Telekommunikationssatellit.

Mehr als die Hälfte des Erdöls wird in Fahrzeugmotoren verbrannt: Autos, Lastwagen, Boote, Züge und Flugzeuge. Etwa ein Zehntel wird in Wärmekraftwerken zur Stromherstellung verbraucht. Ein Zwanzigstel geht in den Heizungen in Rauch auf. Man benötigt es auch, um Rohöl zu fördern, dieses zu transportieren und es in den Raffinerien in verschiedene Brennstoffe, Treibstoffe, Rohstoffe und Strassenbeläge aufzubereiten. Und schliesslich wird es auch in Fabriken benötigt, wo Erdölprodukte zur Herstellung aller Arten von Gegenständen, Materialien und chemischen Produkten dienen. Dazu gehören Verpackungsmaterialien, Autoteile, Baumaterial, Möbel, Elektronikbestandteile, Textilfasern, Farben, Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Kosmetika… Die meisten dieser Produkte landen nach Gebrauch in der Mülldeponie oder der Kehrichtverbrennung, wo sie letzten Endes die Luft, die Böden und die Gewässer verschmutzen.

Diese Zahlen sollten zu denken geben, vor allem, wenn man immer noch bezweifelt, ob die menschlichen Aktivitäten einen Einfluss auf die Lufthülle unseres Planeten haben. Denn die Dicke der Erdatmosphäre ist ziemlich gering: Der Sauerstoff wird nämlich bereits auf dem Mount Everest knapp, der weniger als 9000 Höhenmeter misst – und damit 75'991 km tiefer liegt, als das letzte Barrel unserer täglich verbrauchten Erdölsäule...

 

Mehr über den weltweiten Verbrauch der fossilen Energieträger auf der Website der U.S. Energy Information Administration (auf Englisch)

 

Die Innenluft einer Wohnung ist in der Regel stärker verschmutzt als die Aussenluft

Air intérieur sortant par une fenêtre ouverte

In einer Wohnung oder einem Büro ist die Luft im Allgemeinen stärker verschmutzt als draussen, auf der anderen Seite des Fensters. Dies gilt auch für Wohnungen, die zu einer Strasse zeigen, deren Luft durch den motorisierten Verkehr stark belastet ist. Denn Verkehrsschadstoffe – also Abgase (VOC, NOx, CO) und Feinstäube (PM10) – sind Teil der Umgebungsluft und dringen durch Lüftungssysteme sowie Ritzen in Fenstern, Türen, Mauern und Dach ins Wohnungsinnere. Sie fügen sich an die bereits lange Liste der Innenschadstoffe an, die von den Bewohnern, ihren Aktivitäten oder von den sie umgebenden Objekten stammen.

VOC & Co

Wenn empfohlen wird, die Räume zu lüften, geschieht dies weniger, um neuen Sauerstoff hereinzulassen (davon ist immer genug vorhanden), sondern vielmehr, um die Schadstoffe hinauszubefördern. Das Wohnungsinnere ist in erster Linie mit flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) belastet – eine grosse Familie mehr oder weniger schädlicher Moleküle, manche davon sind sogar krebserregend. Die VOC entstehen unter anderem beim Braten mit Ölen und Fetten, sie entweichen aus Haushaltsprodukten und Putzmitteln, stammen von elektronischen Apparaten, Duftstoffen und Kosmetika und werden freigesetzt von Farben, Möbeln, Bodenbelägen und Bastelprodukten wie Lacke und Leime. Die Innenluft enthält auch Staub, der von Textilien wie Teppichen, Spannteppichen, Vorhängen und Kleidern ausgeht. Sie kann überdies Rauch und Russ von Zigaretten, Kerzen und Räucherstäbchen aufweisen. Und zählt man letztlich auch die Absonderungen und Ausdünstungen von Mensch und Haustieren hinzu – Hautschüppchen, Haare und Federn, Mikroben, Körpergerüche, Kohlendioxid (CO2) sowie die Feuchtigkeit von Atemluft und Transpiration – sind dies zahlreiche Gründe, die Räume Ihrer Gesundheit und Ihrem Wohlbefinden zuliebe zu lüften.

Vermehrtes Lüften verringert die Radonkonzentration

In einigen Regionen der Schweiz (besonders in den Alpen, im Tessin und in der Jurakette, wo der Gesteinsuntergrund porös ist) ist gründliches Lüften auch nötig, um Radon aus den Räumen zu entfernen. Radon ist natürliches radioaktives Edelgas, das aus dem Boden austritt. Es ist dringt durch undichte Stellen in die Keller ein und wird durch den sogenannten "Kamineffekt" in die oberen Stockwerke der Gebäude transportiert. In geschlossenen und ungenügend gelüfteten Räumen kann sich Radon für uns unbemerkt anreichern, denn es ist unsichtbar, geruchs- und geschmacklos. Radon gelangt mit der Atemluft in die Lunge und kann nach langer Zeit Lungenkrebs verursachen. In der Schweiz sterben durch Radonbelastung in der Atemluft jährlich 200 bis 300 Personen an Lungenkrebs. Radon ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Im Winter kurz aber kräftig lüften

In gut isolierten Gebäuden vom Typ Minergie© wird die Luft konstant mit einem elektrischen Lüftungssystem erneuert, das frische Luft in die Schlaf- und Wohnzimmer bringt und verbrauchte Luft von Küche, Badezimmer und WC ableitet. Die Lufterneuerung ist so effizient, dass man die Fenster im Winter nicht zu öffnen braucht, und die hinausgeleitete Luft (warm) erwärmt die eintretende Luft (kalt) in einem Wärmetauscher – so kann Heizungsenergie gespart werden. Aber man muss darauf achten, diese Luftzirkulation nicht zu behindern: die Lüftungsgitter der Luftwege zwischen zwei Räumen dürfen nicht mit Möbeln kaschiert werden.

Ist die Wohnung nicht mit einem so effizienten Lüftungssystem ausgestattet, muss man, um die verschmutzte Raumluft auszuwechseln, die Fenster kurz, aber weit öffnen, und zwar 3 bis 5 Mal am Tag. Kann Durchzug geschaffen werden, indem man mehrere Fenster gleichzeitig öffnet, genügen 3 Minuten, sonst reichen maximal fünf bis sechs Minuten aus. Während der Heizperiode verursacht jedes längere oder zusätzliche Lüften einen starken Energieverlust: Mauern und Möbel werden ausgekühlt und müssen anschliessend durch die Heizung wieder von neuem erwärmt werden. Gut zu wissen: Je kälter es in einem Zimmer ist, desto weniger sind schlechte Gerüche wahrnehmbar. Deshalb meint man, man müsse sehr lange lüften, bis die Luft ausgetauscht ist.

Vermeiden Sie es, die Innenluft zu verunreinigen

Ist einem die eigene Gesundheit und diejenige seiner Mitbewohner lieb, sollte man darauf achten, nicht nur regelmässig zu lüften, sondern es auch vermeiden, Schadstoffe im Wohnungsinnern zu produzieren. Achten Sie beim Kochen darauf, dass der Rauch der Friteuse nicht in die gesamte Wohnung strömt. Beim Putzen verzichtet man besser auf Produkte in Spray-Form, und zum Abstauben der Möbel kann statt parfümierter Putzmittel, die VOC freisetzen, ein Mikrofasertuch und Wasser verwendet werden (diese ökologische Methode eignet sich auch zum Fensterputzen und zum Aufwischen normal verschmutzter Böden). Beim Basteln in den Zimmern sollte man lösungsmittelfreie Produkte und Farben auf Wasserbasis verwenden, und um die Raumluft zu parfümieren, eignen sich Fruchtschalen und getrocknete, nicht parfümierte Blüten besser als Raumsprays, Räucherstäbchen oder Duftlampen mit ätherischen Ölen. Es versteht sich fast von selbst, dass man besser auf dem Balkon raucht und auch nicht zu viele Kerzen anzündet: Empfängt man nämlich Freunde in einer Kulisse aus Paraffin verbrennender Kerzen, lässt man sie einen Abend in einer Atmosphäre verbringen, die – aus chemischer Sicht – derjenigen einer Tiefgarage gleichkommt...

 

Radon, Bundesamt für Gesundheit (BAG)

Im Winter verursacht unser Stromverbrauch mehr CO2-Emissionen

Stromerzeugung setzt CO2 in die Atmosphäre frei und ist deshalb am Klimawandel beteiligt.

Die Schweiz produziert den grössten Teil ihrer Elektrizität mit Wasserkraft- und Atomkraftwerken. Die einheimische Produktion einer Kilowattstunde (kWh) Strom – was ungefähr der Energiemenge entspricht, die ein Waschgang eines Geschirrspülers benötigt – setzt durchschnittlich 24 Gramm CO2 frei. Unser Land importiert jedoch auch Strom, hauptsächlich aus Deutschland und Frankreich, in kleinerem Umfang auch aus Italien und Österreich. Dieser Strom stammt vor allem aus Heizkraftwerken, in denen Kohle, Erdöl oder Gas verbrannt werden, um Dampf zum Antrieb von Generator-Turbinen zu erzeugen. Auf Grund dieser importierten Elektrizität setzt jede in der Schweiz verbrauchte kWh Strom durchschnittlich 169 Gramm CO2 in die Atmosphäre frei – also ebenso viel, wie ein sparsamer Kleinwagen für eine Fahrt von einem Kilometer ausstösst. An bestimmten Tagen erreichen die CO2-Emissionen für eine kWh Strom aus Schweizer Steckdosen mit mehr als 300 Gramm den dreifachen Wert.

Kohlekraftwerke für den Winter

Elektrische Energie aus Wasserkraft, die 56% unserer Landesproduktion ausmacht, steht vor allem im Frühling und Sommer zur Verfügung. Von November bis April importieren die Stromversorger Elektrizität aus dem Ausland. Sie stammt weitgehend aus deutschen Heizkraftwerken, von denen ein Teil mit Kohle betrieben wird (mehr als 900 g CO2 pro kWh). In Europa werden Kohlekraftwerke, welche am meisten CO2 freisetzen, hauptsächlich im Winter betrieben, um den jahreszeitlich bedingten hohen Stromverbrauch decken zu können.

Im Winter ist der Stromverbrauch höher, da es schneller dunkel wird und man ganz allgemein mehr Zeit im Innern bei künstlichem Licht verbringt. Auch trägt man mehr Kleider – weshalb mehr gewaschen werden muss -, man isst öfter warme Mahlzeiten und der Fernseher ist lange in Betrieb. Und nicht nur Haushaltsgeräte werden öfter benutzt, zum Stromverbrauch muss auch derjenige der Heizung hinzugezählt werden.

Tag und Uhrzeit spielen ebenfalls eine Rolle

Augrund des Stromverbrauchs von Büros, öffentlichem Verkehr (Züge, Trams und Trolleybusse) und anderen Wirtschaftbereichen (Industrie, Läden, Restaurants etc.) ist die Stromnachfrage an Werktagen viel höher als an Sonn- und Feiertagen. Ein Unterschied besteht auch zwischen Tag und Nacht: um vier Uhr morgens ist die Stromnachfrage am geringsten.

Tagsüber erreicht der Strombezug Spitzenverbrauchszeiten. Die erste liegt in der Mittagszeit, wenn alle Kochherde zur gleichen Zeit wie Büroapparate und der öffentliche Verkehr Strom beziehen; die zweite findet gegen Abend statt, vor allem im Winter, wenn Beleuchtungen und elektrische Heizungen eingeschaltet werden.

Indirekte CO2-Emissionen reduzieren

Um unsere CO2-Emissionen zu reduzieren (ebenso wie unsere Abhängigkeit gegenüber den Stromimporten), sollten wir darauf achten, keine Energie zu verschwenden, ganz besonders im Winter und während der Spitzenverbrauchszeiten. Es versteht sich eigentlich von selbst, dass Lampen nicht unnötig eingeschaltet sein sollten. Aber es gibt auch andere Tipps, die man befolgen kann. Waschmaschinen oder Geschirrspüler zum Beispiel können zu einem späteren Zeitpunkt, also während der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen laufen gelassen werden. Beim Kochen ist es überflüssig, das Wasser sprudeln zu lassen (es wird dadurch nicht heisser), und Herdplatten wie auch Backofen können einige Minuten vor Ende des Kochgangs ausgeschaltet werden: die verbleibende Restwärme ist völlig ausreichend, um die Mahlzeit zu Ende zu kochen. Auch die Kaffeemaschine braucht nicht dauernd eingeschaltet zu bleiben. Und vergessen Sie nicht, den Computer, den Bildschirm, Wifi, den Fernseher und andere damit verbundene elektronische Geräte auszuschalten

Achten Sie am Arbeitsplatz darauf, während der Mittagspause (wo die Stromnachfrage am höchsten ist), die Lampen, den Computer samt Bildschirm sowie die Kaffeemaschine und andere Geräte, die unnötigerweise Strom verbrauchen (Aktenvernichter, Photokopierer etc.), auszuschalten.

Nicht bis an die Grenzen der Stromversorgung gehen

Denken Sie daran, dass nicht nur das CO2, sondern auch die Stromversorgungssicherheit auf dem Spiel steht: erreicht die Nachfrage das Limit dessen, was das Stromnetz liefern kann, muss mit Pannen oder Stromunterbrüchen gerechnet werden.