Zum Inhalt

Wussten Sie schon?

Auch "graue" Energie kann man sparen

Graue-Energie

Die Rechnungen für Strom, Heizkosten oder auch Benzin erinnern uns daran, dass wir viel Energie verbrauchen. Aber sie sagen nicht alles über unseren Energieverbrauch aus, denn es gibt eine Form von Energie, die nie direkt auf der Rechnung erscheint: die graue Energie. Es handelt sich dabei um Energie, die in die Produkte investiert werden muss, bevor wir diese kaufen können. Dazu zählt z.B. die Energie, die zur Gewinnung der Rohstoffe für die Herstellung der Produkte eingesetzt werden muss, dann auch die Energie, die zum Transport (auf Strassen, über Wasser oder in der Luft) und auch zum Lagern der Produkte benötigt wird, und nicht zuletzt braucht es auch Energie, um die Produkte zu verkaufen. Und was leicht vergessen wird, aber nicht unbeachtet bleiben sollte, ist, dass noch einmal Energie in die Produkte investiert werden muss, wenn sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Dann muss man sie nämlich mit Energie recyceln, fachgerecht entsorgen oder zusammen mit den Abfällen die Kehrichtverbrennungsanlage fahren. In der Schweiz muss daher für jeden Franken, der für den Kauf eines Produktes verwendet wird, im Durchschnitt etwa 1,2 Kilowattstunden (kWh) graue Energie berechnet werden, und zwar unabhängig davon, ob das Produkt im Inland oder im Ausland hergestellt wurde. Diese Energiemenge entspricht einem kleinen Glas Erdöl oder der Menge von elektrischem Strom, die in etwa für einen Spülgang mit der Geschirrspülmaschine benötigt wird.

Vollständige Energiebilanz

Nicht alle Verbrauchsprodukte enthalten gleichviel graue Energie. Für die meisten elektronischen Apparate rechnet man im Durchschnitt dreimal mehr Energie als die Elektrizität, welche sie im Laufe ihrer Lebensdauer verbrauchen. Aus Sicht einer umfassenden Energiebilanz ist es deshalb sinnvoller, sie möglichst lange zu nutzen, anstatt sie aus kurzfristigen Stromspargründen zu ersetzen. Haushaltsgeräte hingegen verbrauchen im Laufe ihrer Lebensdauer ungefähr viermal so viel Energie wie zu ihrer Herstellung benötig wurde. Deshalb lohnt es sich, einen alten Kühlschrank durch einen neuen mit einer besseren Energieklasse (A+++) zu ersetzen, denn sein Stromverbrauch ist so sparsam, dass er in drei oder vier Jahren seine graue Energie "wettgemacht" hat.

Graue Energie und CO2

Graue Energie verbrauchen wäre an sich nicht problematisch, wenn daraus keine negativen Auswirkungen für die Umwelt entstünden. Leider ist der Energieverbrauch immer an Emissionen von Treibhausgas gebunden – insbesondere von Kohlendioxid (CO2), welches das Klima unseres Planeten durcheinander bringt. Das ist allen klar, wenn es um die Verbrennung von Brenn- und Treibstoffen fossilen Ursprungs geht. Aber diese Emissionen entstehen auch bei der Produktion von Strom aus Wasserkraftwerken und Atomkraftwerken, denn diese grossen Anlagen müssen zuerst gebaut und danach dauerhaft gewartet werden, und dann braucht es ja noch die Installationen und den Unterhalt der Stromverteilnetze – was ebenfalls mit Hilfe von fossilen Treib- und Brennstoffen geschieht. Deshalb kann man die in Komsumgüter investierte graue Energie in ein CO2-Aquivalent umrechnen – und dan wird es möglich, die Auswirkungen auf das Klima von so verschiedenen Produkten wie Erdbeeren, Baumaterial oder T-Shirts miteinander zu vergleichen. Hierfür dienen die Angaben von so und soviel "Gramm CO2", die immer häufiger auf den Etiketten vieler Alltagsgüter anzutreffen sind.

Kurz gesagt: ein Produkt enthält umso mehr CO2 aus grauer Energie, je mehr nicht erneuerbare Energie für seine Herstellung, seinen Transport, seine Lagerung, seine Verteilung und seine Entsorgung aufgewendet werden muss.

Graue-Energie

In der nationalen Bilanz zum Treibhausgasausstoss ist nicht die gesamte graue Energie enthalten

Vergleicht man die Auswirkungen der verschiedenen Nationen der Welt auf das Klima, wird der CO2-Äquivalent, der im jeweiligen Land direkt ausgestossen wird, nicht dazugerechnet. Anders gesagt: wenn ein Land Verbrauchsgüter importiert und konsumiert, wird der im Ausland anfallende hohe Anteil an grauer Energie nicht in der Bilanz des Importlandes berücksichtigt. Die CO2-Emissionen, die beispielsweise bei der Herstellung eines Smartphones entstehen, werden China zugerechnet, obwohl das Gerät in Europa benutzt wird. Und wie die meisten Länder der EU importiert auch die Schweiz viele Verbrauchsgüter, Nahrungsmittel und Erdölprodukte, deren graue Energie nicht in der Bilanz erscheint. Würden wir sie berücksichtigen, wäre der schädliche Einfluss unseres Landes auf das Klima rund 50% grösser.

Wie kann man graue Energie sparen?

Wir alle verstehen, wie wichtig es ist, weder Strom, noch Treibstoffe oder Heizenergie zu verschwenden. Und es ist ebenso wichtig, so wenig wie möglich von dieser grauen Energie zu verbrauchen, die allerdings weit weniger leicht zu erkennen ist. Natürlich kann man die Gramm CO2 auf den Produktetiketten vergleichen, aber es ist einfacher, einige wenige Prinzipien im Alltag zu befolgen:

  • Lokale Produkte wählen, die aus natürlichen Materialien hergestellt wurden und eine gute Qualität auf weisen.
  • Sorge tragen zu Apparaten und Geräten, damit sie länger halten und sie wenn möglich reparieren statt zu ersetzen, wenn sie defekt sind.
  • Alltagsgegenstände aus- und verleihen: unkompliziert mit anderen Leuten teilen.
  • Dinge, die man nicht mehr benötigt, kann man verschenken oder z.B. einem Wohltätigkeitsverein geben.
  • Weniger Abfall produzieren, indem man Gegenstände recycelt, aber auch indem man Produkte meidet, die in zuviel unnötiges Verpackungsmaterial eingepackt sind.

 

Ein Luftbefeuchter kann mehr Probleme schaffen als er löst

 

Im Winter ist die Luft in den Wohnungen und den Büros trockener als im Sommer. Man könnte deshalb daraus schliessen, dass es der Gesundheit zuträglicher ist, wenn man sich einen Luftbefeuchter anschafft. Viel sinnvoller ist es aber, sich zuerst einen Hygrometer zuzulegen (siehe unten). So kann die tatsächliche Luftfeuchtigkeit bestimmt werden, denn unsere Sinnesorgane helfen uns nicht gross dabei festzustellen, wie feucht oder trocken es in den Räumen ist. Aber unabhängig davon, wie feucht oder trocken die Luft auch ist, sie wird, wenn wir einatmen, auf jeden Fall in unseren Bronchien und Lungen erwärmt und befeuchtet.

Sofern man nicht unter bestimmten gesundheitlichen Problemen leidet, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein relative Luftfeuchtigkeit in den Räumen von zwischen 30 bis 50 Prozent, also eine eher trockene Umgebung. Denn sobald die Luft feucht ist (ab 50%), können sich Probleme einstellen…

Hygrometer-Thermometer

in Hygrometer misst
die Feuchtigkeit in Prozent

Digitale Hygrometer (mit Batterien) zeigen in der Regel die relative Luftfeuchtigkeit der Luft und ihre Temperatur an. "100% Luftfeuchtigkeit" bedeutet, dass die Luft das Maximum an Wasserdampf aufgenommen hat. Mehr Feuchtigkeit führt zu Bildung von Nebel. Wenn das Hygrometer eine Luftfeuchtigkeit von 50% anzeigt, enthält die Luft die Hälfte der Feuchtigkeit, die sie aufnehmen könnte. Je kälter die Luft ist, umso weniger Wasserdampf ist in ihr enthalten. Umgekehrt gilt, dass je wärmer die Luft ist, sie desto mehr Wasserdampf enthält. Aus diesem Grund spricht man von relativer Luftfeuchtigkeit. Im Winter kann man das sehr einfach veranschaulichen: Haucht man in die kalte Luft, kühlt die warme und feuchte Luft aus unseren Lungen ab, und der Überschuss an Feuchtigkeit kondensiert in der Kälte und wird als kleine "Nebelwolke" sichtbar.

 

Steigt die Luftfeuchte über 45%, finden Hausstaubmilben – das sind mikroskopisch kleine Verwandte von Spinnen – günstige Bedingungen vor, um sich in den Betten, Teppichen, Sesseln, Sofas, ja sogar im Katzenkörbchen oder Hamsterkäfig zu vermehren. Die Milben ernähren sich unter anderem von unseren Hautschüppchen, sind aber an sich für uns nicht weiter gefährlich. Allerdings enthält ihr Kot allergieauslösende Bestandteile, die sich als feiner Staub in der Luft verteilen und eingeatmet werden. Sie verursachen bei einer immer grösser werdenden Anzahl von Menschen Allergien.

Feuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung
und verstärkt schlechte Gerüche

Ab 50-60% Luftfeuchtigkeit können Schimmelpilze die Situation verschlimmern. Schimmel entsteht hauptsächlich in schlecht isolierten Gebäuden, denn der Wasserdampf kondensiert auf den kalten Fensterscheiben und Wänden, und er feuchtet Fensterrahmen, Tapeten und Holztäferungen an, was Moderschäden begünstigt. Schimmelpilze geben Sporen (das sind winzig kleine Fruchtkörper, gewissermassen die "Samen") an die Umgebungsluft ab. Diese Sporen können Atemwegsinfektionen verursachen sowie bei empfindlichen Personen Allergien und Asthmaanfälle auslösen.

Bedenken Sie auch, dass eine hohe Luftfeuchtigkeit schlechte Gerüche generell verstärkt. Versucht man diese mit Duftkerzen, synthetischen Parfümen oder Räucherstäbchen zu kaschieren, belastet man die Innenluft mit zusätzlichen Schadstoffen...

Das Gefühl trockener Luft kann mit
der belasteten Raumluft zusammenhängen

In vielen Fällen ist der Grund für das unangenehme Gefühl trockener Luft im Winter eher auf den Hausstaub und die verschmutzte Raumluft als auf eine zu geringe Luftfeuchtigkeit zurückzuführen. Drei- bis viermal täglich sollte deshalb kräftig gelüftet werden (um die Luft auszutauschen), aber nicht länger als jeweils 5 Minuten (um die Zimmer nicht auszukühlen). Wichtig ist auch, den Staub regelmässig zu entfernen. Beim Staubwischen sollte darauf geachtet werden, dass keine Staubwolken entstehen. Ein mit Wasser leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch ist ideal dafür, denn durch den Verzicht auf Reinigungsmittel und synthetische Duftstoffe wird die Raumluft nicht belastet. Lüften Sie nach dem Staubsaugen, denn die Staubentfernung ist zwar nützlich, aber sie wirbelt den verbleibenden Staub in der Luft herum (falls Ihr Staubsauger einen Luftfilter hat, vergessen Sie nicht, diesen regelmässig auszuwechseln).

Relative Feuchtigkeit

Feuchtigkeit und Temperatur hängen zusammen
Das Hygrometer links funktioniert nicht mit Batterien, sondern mit Haaren, die sich bei trockener Luft zusammenziehen (Haarhygrometer).
Oben : Das Zimmer ist auf 25°C geheizt und die Luftfeuchtigkeit ist tief, so dass die Raumluft als eher unangenehm trocken empfunden wird.
Unten : Wird die Temperatur auf 20°C gesenkt, steigt die Luftfeuchtigkeit und die Luft ist angenehmer zum Atmen.

Relative Feuchtigkeit

 

Zu häufiges Lüften im Winter trocknet die Luft aus

Je kälter die Luft ist, umso weniger Wasserdampf kann sie aufnehmen. Deshalb stammt im Winter die Luftfeuchtigkeit zu Hause vor allem aus dem Wohnungsinnern: von der Dusche und dem Dampf beim Kochen, von der Geschirrspülmaschine in der Trocknungsphase, den Zimmerpflanzen sowie der Atemluft und Transpiration von uns Menschen und den Haustieren. Beim Lüften lässt man die kalte Luft herein, die, sobald sie sich erwärmt, die Raumluft austrocknet. Deshalb sollte man nicht übertrieben oft und lange lüften.

In einem Gebäude mit kontinuierlichem mechanischem Lüftungssystem (sanfte Lüftung) müssen die Fenster nicht mehr geöffnet werden. Solche Lüftungsanlagen gewährleisten konstant frische Raumluft und sparen Heizungsenergie. Ist ein Büro oder eine Wohnung jedoch "unterbesetzt", kann im Winter die Raumluft sehr trocken werden. Als Beispiel: Ein Lüftungssystem für eine "4-Zimmer-Wohnung mit Küche" ist normalerweise für vier Personen ausgelegt. Wohnt hier aber nur eine Person, könnte dies zur Folge haben, dass eine zu grosse Frischluftzufuhr (die – wie bereits beschrieben – nur wenig Wasserdampf enthält) die relative Luftfeuchtigkeit im Wohnungsinnern auf unter 30% sinken lässt – weshalb man dann die Lüftung drosseln muss. Dasselbe Trockenheits-Phänomen durch dauerhaften Luftaustausch kann auch in alten Gebäuden mit undichten Fenstern auftreten.

Die unangenehmen Folgen
von zu trockener Luft

Sinkt die Luftfeuchtigkeit während mehrerer Tage auf unter 30%, merkt man wie Haut, Augen, Nase und Hals trocken werden und zu jucken und zu kratzen beginnen. Bei empfindlichen Personen können sich sogar Reizhusten, Bindehautentzündungen oder Hautausschlag einstellen. Sind die Zimmer zu stark geheizt, bewirkt ein Absenken der Temperatur, dass die Luftfeuchtigkeit zunimmt (siehe rechts). Auch kann man etwas Feuchtigkeit in die Luft einbringen, indem man zum Beispiel die Wäsche auf einem Wäscheständer trocknet, das Badewasser erst ablaufen lässt, wenn es erkaltet ist, oder die Zimmerpflanzen giesst – einige, wie der Papyrus, können viel Wasser verdunsten.

Haben Sie keine andere Möglichkeit als sich einen Luftbefeuchter anzuschaffen, informieren Sie sich über seinen Stromverbrauch und achten Sie darauf, dass er einen Hygrostat besitzt (dient zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit), damit er nicht übermässig viel Feuchtigkeit produziert und keinen Strom verschwendet: denn dieses Gerät wird gerade zu der Jahreszeit benutzt, in welcher die Zunahme des landesweiten Stromverbrauchs vermieden werden sollte. Ein Luftbefeuchter muss sorgfältig und regelmässig gereinigt werden: Abgestandenes Wasser begünstigt die Entwicklung von Mikroorganismen und bei ungenügender Hygiene kann ein Luftbefeuchter zu einer Bakterienschleuder werden.
 

Luftbefeuchter ohne Strom :
 
• Heizkörper-Verdunster, die am Radiator aufgehängt werden. Dabei handelt es sich um einen einfachen Wasserbehälter, in dem ein eingehängtes Fliesspapier das Wasser aufsaugt und an die Luft abgibt. Diese passive Luftbefeuchtung funktioniert nur bei sehr heissen Radiatoren einigermassen akzeptabel, wie sie in alten, schlecht isolierten Häuern zu finden sind. Das abgestandene Wasser und das Fliesspapier können sich zu wahren Bakterien- und Schimmelpilzherden entwickeln. Das Fliesspapier muss von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden, da es durch den im Wasser enthaltenen Kalk verstopft.

3D-Befeuchtigungsposter

• 3D-Befeuchtigungsposter
Dieser von einer Schweizer Gesellschaft (Necono AG) entwickelte raffinierte Luftbefeuchter gleicht einem Kunstwerk (Foto), das an der Wand angebracht wird. Das Verdunsterpapier ist in verschiedenen Motiven erhältlich. Aus dem oben angebrachten Wasserreservoir fliesst das Wasser in Intervallen, geregelt von oben nach unten über das Papier, von wo aus es im Kontakt mit der Luft verdunstet. Dieses System wurde entwickelt, um abgestandenes Wasser in den Behältern zu umgehen; die Keimbildung wird so aktiv unterdrückt. Es wird empfohlen, das Verdunsterpapier jedes Jahr zu wechseln.
 

Luftbefeuchter mit Strom :
Damit nicht zu viel Feuchtigkeit produziert oder unnötig viel Strom verbraucht wird, schliessen Sie einen Hygrostat an Ihren Luftbefeuchter an (eine Vorrichtung, die den Luftbefeuchter je nach gewünschter Luftfeuchtigkeit ein- bzw. ausschaltet)

• Zerstäuber mit Ventilator (Vernebler)
Dieser Luftbefeuchter besteht aus einer porösen Oberfläche, die Wasser absorbiert (Schwamm, Filtermatte, feines Sieb) und einem Ventilator. Bei einigen Modellen sind Ventilator und Absorber kombiniert. Da das Wasser nicht erwärmt wird, verbrauchen diese Geräte relativ wenig Strom – zwischen 8 und 40 Watt. Da aber viele dieser Zerstäuber ohne Hygrostat-Regelung verkauft werden, sind sie oft ununterbrochen in Betrieb. Falls das Absorberelement ausgewechselt werden muss, informieren Sie sich vor dem Kauf über die Kosten. Informieren Sie sich auch über den Geräuschpegel dieses Geräts, denn zu hohe Emissionen können im Schlafzimmer schnell störend werden. Halten Sie sich für die Reinigung an die Vorgaben in der Gebrauchsanleitung.

• Verdampfer
Diese Geräte erhitzen das Wasser auf den Siedepunkt, was zur Bildung von heissem Wasserdampf führt; insofern gleichen sie einem Wasserkocher. Diese Befeuchtungssysteme sind sehr grosse Stromfresser (300-500 Watt). Einige Modelle kühlen den Wasserdampf vor dem Austritt in die Luft etwas ab, um die Gefahr von Verbrennungen zu reduzieren (trotzdem ist vor allem bei kleinen Kindern Vorsicht geboten!). Der austretende Wasserdampf ist zwar keimfrei, das Gerät muss aber dennoch regelmässig gereinigt werden (siehe Gebrauchsanleitung). Damit keine übermässe Luftfeuchtigkeit ensteht, ist ein Hygrostat unverzichtbar, er wird aber den exzessiven Stromverbrauch nicht reduzieren (ca. CHF 50.- pro Jahr für ein Gerät von 400 Watt).

• Ultraschall-Zerstäuber (Vernebler)
Diese Luftbefeuchter sind die teuersten auf dem Markt. Sie zerstäuben das Wasser mechanisch mit Hochfrequenzschwingungen (Ultraschall) in winzig kleine Tröpfchen und verbreiten so einen kühlen oder lauwarmen Nebel. Geräuschpegel, Stromverbrauch (30-300 Watt) und Hygienetechnik zur Verhinderung der Bakterienbildung variieren je nach Modell. Damit kein Kalk mit dem Wassernebel verbreitet wird – sichtbar an weissen Rückständen auf Möbeln und dem Boden – sind die meisten Geräte mit einem Filter versehen, der regelmässig ausgewechselt werden muss. Ein Hygrostat ist unverzichtbar, und die Reinigung muss sorgfältig gemäss den Angaben des Herstellers durchgeführt werden, damit keine lebenden Bakterien – oder mikrobakterielle Rückstände – mit den Wassertröpfchen verbreitet werden.

 

Stellungnahme des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu Luftbefeuchtern -www.bag.admin.ch

Luftbefeuchter, die weniger Strom verbrauchen -www.topten.ch

"Einige Luftbefeuchter sind Keimschleudern", eine Sendung von Kassensturz, SF Schweizer Fernsehen -www.srf.ch

 

Es gibt Kochtöpfe, die beim Kochen nur halb soviel Energie verbrauchen

Was hier auf dem Bild gezeigt wird, existiert leider noch nicht: Es gibt noch keine Energieetikette für Kochtöpfe, Kasserollen und Schmortöpfe. Trotzdem fällt die Energieeffizienz der verschiedenen Kochgeschirre sehr unterschiedlich aus. Als Beispiel sei hier der isolierte Kochtopf genannt, mit dem sich sogar mehr als 50% Strom oder Gas einsparen lässt. Aber abgesehen davon kann man sogar mit einem ganz gewöhnlichen Kochtopf energiesparend kochen, indem man ein paar wenige, sehr einfache Massnahmen berücksichtigt (siehe weiter unten).

Kochkiste

Ein Kochtopf auf der Herdplatte gleicht in gewisser Hinsicht einem Heizkörper, denn nur ein Teil der Wärme, die ihm von unten zugeführt wird, dient dazu, die Lebensmittel zu kochen. Wussten Sie, dass viel Wärme über das Metall der Kochtopfwand entweicht? Sie wird als Infrarotstrahlen in den Raum abgestrahlt. Um diesen Wärmeverlust zu verhindern, greift man auf dasselbe Verfahren wie bei Gebäuden zurück: man muss das Kochgeschirr isolieren.


Die Kochkiste war im ersten Weltkrieg weit verbreitet, damit trotz Kohlemangel gekocht werden konnte.
(nach einem Schema von 1917)



Thermokochtopf
Seit den 90er-Jahren in Asien in Gebrauch, um Suppe und Ragouts zu kochen. Dieser transportierbare Thermotopf besteht aus einem Kochtopf, der in eine doppelwandige, wärmedämmende Verkleidung gestellt wird.
(Chinesisches Modell)



Mit Warmhalteschüssel und Isolierdeckel
Nach nur wenigen Minuten Kochzeit wird dieser Kochtopf vom Herd genommen und in die Warmhalteschale gestellt. Das Kochgut gart auf dem Tisch von alleine zu Ende bis die Gäste eintreffen.
(Hotpan von Kuhn Rikon)
 

Die "Kochkiste" ist eine althergebrachte Kochweise, die das Wärmedämmprinzip verwendet, um Energie einzusparen. Sie wurde ursprünglich in Gegenden entwickelt, in denen grundsätzlich wenig Brennmaterial zur Verfügung steht und war während der beiden Weltkriege in Europa weit verbreitet, da Kohlemangel herrschte. Anstatt den Kochtopf bis zum Ende der Kochzeit auf dem Herd zu belassen, wird er schon nach wenigen Minuten vom Herd genommen und in ein gut isolierendes Behältnis eingepackt (eine Kiste, ein Korb oder ein Loch im Erdboden), das mit einem Futteral aus Borkenstücken, Holzwolle, Stroh oder Wolle ausgekleidet ist. Das Kochgut gart dann langsam und ohne weitere Energiezufuhr fertig. Es muss weder überwacht werden, noch kann es anbrennen – und ein zusätzlicher Vorteil ist, dass die Speisen über lange Zeit warm gehalten werden.

Wiederentdeckung des energiesparenden Garens

Seit das Bewusstsein zugenommen hat, dass Energieverschwendung zur Zerstörung unseres Lebensraums beiträgt, ist diese traditionelle Kochmethode mit herkömmlichen Kochtöpfen wieder auf dem Vormarsch. Im Internet wird auf vielen Sites erklärt, wie man sich seine eigene Kochkiste bauen kann, und es finden sich auch zahlreiche Rezepte für das Kochen in der Kochkiste.

Der Thermokochtopf, der in Asien seit den 90er-Jahren hauptsächlich aus praktischen Gründen weit verbreitet ist, funktioniert nach dem selben Prinzip. Er besteht aus einem Kochtopf, der nach einigen Minuten Kochzeit in einen tragbaren Behälter gestellt wird, dessen Wärmedämmung durch einen dicken Deckel und ein Vakuum in der Doppelwand gewährleistet wird (genau wie eine Isolier- oder Thermosflasche). Der Vorteil ist, dass der Kochvorgang weiterläuft, während der Thermotopf von der Küche zum Arbeitsort getragen wird.

Swiss cooking

Der Kochgeschirr-Hersteller Kuhn Rikon, bekannt für seine Dampfkochtöpfe, hat Ende der 70er-Jahre in der Schweiz ein weiteres Erfolgsmodell patentieren lassen, bei welchen die Isolation integraler Bestandteil des Kochtopfes ist (Durotherm). Diese Kasserolle aus Edelstahl ist mit einer vakuumisolierenden Doppelwandverkleidung und einem ebensolchen Deckel ausgestattet. Seit 2008 hat die Zürcher Firma ihr Sortiment mit der Produktreihe Hotpan erweitert, die das Prinzip der Kochkiste wieder aufnimmt. Bei diesen Edelstahl-Kochtöpfen ist jedoch nur der Deckel doppelwandig, denn nach kurzer Kochzeit werden diese Töpfe in die zugehörige, platzsparende Warmhalteschale gestellt. Das elegante Kochgeschirr kann direkt auf den Tisch gestellt den Gästen präsentiert werden.

Mit dieser Art von Kochtöpfen können Speisen mit nur halb soviel Energie zubereitet werden: Fleisch, Fisch, Gemüse, Reis etc. Auch wenn die Kochzeit gesamthaft betrachtet rund 20% länger dauert, so muss man die Kochtöpfe nicht weiter überwachen, wenn sie einmal von der Herdplatte genommen worden sind. Hinzu kommt, dass die Lebensmittel bei niedrigen Temperaturen und mit wenig Wasser gekocht werden, weshalb kaum Nährstoffe verloren gehen. Und schliesslich sind die Töpfe auch einfach zu reinigen, da die Speisen nicht anbrennen.

Ratschläge fürs Kochen

Wenn Sie neue Kochtöpfe oder Deckel kaufen, sollten Sie sich erst gut über deren Eigenschaften und Energieeffizienz informieren, es lohnt sich wirklich. Denn oft sind preiswerte Kochtöpfe auf lange Sicht teurer, da sie deutlich mehr Energie verbrauchen. Aber Sie können Ihren Strom- oder Gasverbrauch fürs Kochen auch senken, ohne dass Sie dazu Ihr Kochgeschirr erneuern müssen. Folgende Ratschläge zeigen Ihnen wie:

  • Wählen Sie einen Kochtopf, dessen Grösse der Menge der Speisen entspricht. Mit einem zu weiten oder zu hohen Kochtopf geht durch die Abstrahlung viel Wärme verloren. Aus dem selben Grund sollten die Nahrungsmittel nicht in zu viel Wasser gekocht werden.
  • Benutzen Sie für Ihren Elektroherd nur Kochtöpfe mit völlig ebenen Böden. Gewölbte oder krumme Böden halten keinen guten Kontakt mit der Herdplatte, wodurch viel Energie verloren geht.
  • Stellen Sie keine Kochtöpfe mit nassen Böden auf Ihren Elektroherd. Der Dampf, der sich zwischen Topfboden und Herdplatte bildet, verhindert eine gute Wärmeleitung.
  • Achten Sie darauf, dass der Kochtopfboden mit der Grösse der Herdplatte (oder des Kochfeldes) übereinstimmt.
  • Erhitzen Sie das Kochgut nur bis knapp unter den Siedepunkt. Dann ist nämlich die maximale Temperatur erreicht, und alle zusätzliche Energie, die man dem Kochtopf zuführt, beschleunigt nicht den Kochvorgang, sondern führt lediglich dazu, dass die Flüssigkeit verdampft (mehr dazu hier).
  • Verwenden Sie einen gut sitzenden Deckel, damit keine Wärme aus dem Topf entweichen kann. Dies ist eine bewährte und effiziente Methode, und bleibt man unter dem Siedepunkt, kocht auch nichts über.
  • Bei einem Elektroherd lohnt es sich immer, die Herdplatten einige Minuten vor Ende der Kochzeit auszuschalten : Mit der Restwärme kann der Kochvorgang ohne Energieverbrauch eine Zeit lang fortgesetzt werden. Das funktioniert auch bei Gasherden, vorausgesetzt man benutzt Kochtöpfe aus Gusseisen (diese erwärmen sich zwar langsamer, speichern aber dafür die Wärme besser als Edelstahl).

Da gegenwärtig viel von erneuerbarer Energie die Rede ist, mit welcher die Stromerzeugung in den Atomkraftwerken ersetzt werden soll, ist es wichtig zu wissen, dass man mit weniger Energie kochen kann. Dies umso mehr, da die Kochherde dann benutzt werden, wenn die Stromnachfrage am grössten ist, nämlich gegen 12h mittags und 20h abends. Die Verringerung des Stromverbrauchs während der Spitzenbezugszeiten ist Teil der Hauptzielsetzung hinsichtlich der Reduktion des gesamthaften Elektrizitätsverbrauchs.

Fotos der Kochkiste auf Google.

Kochen ohne Übersprudeln, auf dieser Site.

Kochen mit den Hotpan-Kochtöpfen (siehe Video) -www.kuhnrikon.ch