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Wussten Sie schon?

Im Winter verursacht unser Stromverbrauch mehr CO2-Emissionen

Stromerzeugung setzt CO2 in die Atmosphäre frei und ist deshalb am Klimawandel beteiligt.

Die Schweiz produziert den grössten Teil ihrer Elektrizität mit Wasserkraft- und Atomkraftwerken. Die einheimische Produktion einer Kilowattstunde (kWh) Strom – was ungefähr der Energiemenge entspricht, die ein Waschgang eines Geschirrspülers benötigt – setzt rund dreissig Gramm CO2 frei. Unser Land importiert jedoch auch Strom, hauptsächlich aus Deutschland und Frankreich, in kleinerem Umfang auch aus Italien und Österreich. Dieser Strom stammt vor allem aus Heizkraftwerken, in denen Kohle, Erdöl oder Gas verbrannt werden, um Dampf zum Antrieb von Generator-Turbinen zu erzeugen. Auf Grund dieser importierten Elektrizität setzt jede in der Schweiz verbrauchte kWh Strom durchschnittlich zwischen 80 und 110 Gramm CO2 in die Atmosphäre frei – also ebenso viel, wie ein sparsamer Kleinwagen für eine Fahrt von einem Kilometer ausstösst. An bestimmten Tagen erreichen die CO2-Emissionen für eine kWh Strom aus Schweizer Steckdosen mit mehr als 300 Gramm den dreifachen Wert.

Kohlekraftwerke für den Winter

Elektrische Energie aus Wasserkraft, die 56% unserer Landesproduktion ausmacht, steht vor allem im Frühling und Sommer zur Verfügung. Von November bis April importieren die Stromversorger Elektrizität aus dem Ausland. Sie stammt weitgehend aus deutschen Heizkraftwerken, von denen ein Teil mit Kohle betrieben wird (mehr als 900 g CO2 pro kWh). In Europa werden Kohlekraftwerke, welche am meisten CO2 freisetzen, hauptsächlich im Winter betrieben, um den jahreszeitlich bedingten hohen Stromverbrauch decken zu können.

Im Winter ist der Stromverbrauch höher, da es schneller dunkel wird und man ganz allgemein mehr Zeit im Innern bei künstlichem Licht verbringt. Auch trägt man mehr Kleider – weshalb mehr gewaschen werden muss -, man isst öfter warme Mahlzeiten und der Fernseher ist lange in Betrieb. Und nicht nur Haushaltsgeräte werden öfter benutzt, zum Stromverbrauch muss auch derjenige der Heizung hinzugezählt werden.

Tag und Uhrzeit spielen ebenfalls eine Rolle

Augrund des Stromverbrauchs von Büros, öffentlichem Verkehr (Züge, Trams und Trolleybusse) und anderen Wirtschaftbereichen (Industrie, Läden, Restaurants etc.) ist die Stromnachfrage an Werktagen viel höher als an Sonn- und Feiertagen. Ein Unterschied besteht auch zwischen Tag und Nacht: um vier Uhr morgens ist die Stromnachfrage am geringsten.

Tagsüber erreicht der Strombezug Spitzenverbrauchszeiten. Die erste liegt in der Mittagszeit, wenn alle Kochherde zur gleichen Zeit wie Büroapparate und der öffentliche Verkehr Strom beziehen; die zweite findet gegen Abend statt, vor allem im Winter, wenn Beleuchtungen und elektrische Heizungen eingeschaltet werden.

Indirekte CO2-Emissionen reduzieren

Um unsere CO2-Emissionen zu reduzieren (ebenso wie unsere Abhängigkeit gegenüber den Stromimporten), sollten wir darauf achten, keine Energie zu verschwenden, ganz besonders im Winter und während der Spitzenverbrauchszeiten. Es versteht sich eigentlich von selbst, dass Lampen nicht unnötig eingeschaltet sein sollten. Aber es gibt auch andere Tipps, die man befolgen kann. Waschmaschinen oder Geschirrspüler zum Beispiel können zu einem späteren Zeitpunkt, also während der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen laufen gelassen werden. Beim Kochen ist es überflüssig, das Wasser sprudeln zu lassen (es wird dadurch nicht heisser), und Herdplatten wie auch Backofen können einige Minuten vor Ende des Kochgangs ausgeschaltet werden: die verbleibende Restwärme ist völlig ausreichend, um die Mahlzeit zu Ende zu kochen. Auch die Kaffeemaschine braucht nicht dauernd eingeschaltet zu bleiben. Und vergessen Sie nicht, den Computer, den Bildschirm, das Modem, den Fernseher und andere damit verbundene elektronische Geräte auszuschalten

Achten Sie am Arbeitsplatz darauf, während der Mittagspause (wo die Stromnachfrage am höchsten ist), die Lampen, den Computer samt Bildschirm sowie die Kaffeemaschine und andere Geräte, die unnötigerweise Strom verbrauchen (Aktenvernichter, Photokopierer etc.), auszuschalten.

Nicht bis an die Grenzen der Stromversorgung gehen

Denken Sie daran, dass nicht nur das CO2, sondern auch die Stromversorgungssicherheit auf dem Spiel steht: erreicht die Nachfrage das Limit dessen, was das Stromnetz liefern kann, muss mit Pannen oder Stromunterbrüchen gerechnet werden.

Wenn Wasser siedet, wird es nicht mehr heisser

Wir alle haben in der Schule gelernt, dass Wasser aus dem Wasserhahnen bei einer Temperatur von 100°C siedet. Durch die zugeführte Wärme beginnen sich die Wassermoleküle immer stärker zu bewegen, bis sie den Kontakt zueinander verlieren: das bedeutet, dass ein guter Teil des Wassers vom flüssigen in den gasförmigen Zustand gewechselt hat, und die Dampfblasen, die sich am Topfboden bilden, steigen auf und platzen an der Oberfläche. Der Wechsel in einen anderen Aggregatszustand benötigt Energie, aber wenn das Wasser im Topf einmal am Sieden ist, wird es nicht mehr heisser, auch wenn man es höher aufwallen lässt. Die Energie, die man ihm zusätzlich zuführt, bewirkt nur, dass es stärker verdampft.

Nun versteht man, weshalb sich keine Zeitersparnis ergibt, wenn man die Speisen bei sehr hoher Temperatur kocht. Reduziert man das Gas oder die Stomzufuhr der Herdplatte kurz bevor das Wasser brodelt, spart man nicht nur Energie mit dem Herd, sondern auch weil weniger Dampf entsteht und man deshalb die Dunstabzugshaube nicht auf voller Stärke laufen lassen muss. Gerade im Winter hat der übermässige Gebrauch des Dunstabzugs einen Verlust der Heizenergie zur Folge, da die warme Innenluft nach draussen befördert wird.

Eine Frage des Luftdrucks

Es ist in der Tat der atmosphärische Druck, der bewirkt, bei welcher Temperatur Wasser kocht, denn der Luftdruck "drückt" auf den Dampf. Mit zunehmender Höhe sinkt der Luftdruck, und dies bedeutet, dass der Siedepunkt für Wasser pro 300 Höhenmeter um jeweils ein Grad Celsius tiefer liegt. Sein Siedepunkt liegt zum Beispiel auf 2000 Meter über Meer bei 93°C, auf dem Gipfel des Mont-Blanc bei 85°C und auf der Spitze des Mount-Everest kocht Wasser bereits bei 72°C – und wird dabei nicht mehr heisser. In einem Dampfkochtopf hingegen kann Wasser eine Temperatur von 120°C erreichen, und deshalb ergibt sich hier eine verkürzte Kochzeit der Speisen.

Zucker und Salz erhöhen den Siedepunkt

Gibt man dem Wasser Zucker oder Salz zu, erhöht sich sein Siedepunkt. Auf diesem Prinzip beruht das Zuckerthermometer. Es wird insbesondere zur Temperaturmessung der Konfitüre während des Kochvorgangs benutzt: Je mehr Flüssigkeit verdampft, umso konzentrierter wird der Zuckergehalt der Konfitüre, und umso heisser ist die Masse. Wenn das Thermometer 105° anzeigt (die Temperatur ist je nach Rezept unterschiedlich), weiss man, dass die richtige Zuckerkonzentration erreicht ist und die Konfitüre die gewünschte Konsistenz hat.

Nudeln mit wenig Wasser kochen

Beim Kochen von Nudeln reicht die zugefügte Menge Salz nicht aus, um den Siedepunkt signifikant zu erhöhen (weniger als ein Grad Celsius). Salzt man das Wasser, hat dies demzufolge kaum einen Einfluss auf die Kochzeit und auch nicht auf die Beschaffenheit der Nudeln. Salzt man die Teigwaren jedoch erst nach dem Kochen, merkt man dies beim Kauen, denn sie sind innen ganz fade.

Für gewöhnlich kocht man die Pasta in viel Wasser in einem grossen Kochtopf ohne Deckel, damit nichts überläuft, und man glaubt, dass dies die Voraussetzung für das Gelingen eines Nudelgerichts ist. Teigwaren können aber auch anders gekocht werden, ohne Energie zu verschwenden.

Es ist durchaus möglich, Nudeln in nur 1,5 oder 2 Liter Wasser zu kochen, wenn man vermeidet, dass das Wasser zu stark sprudelt. Und bleibt man unter dem Siedepunkt, kann sogar ein Deckel verwendet werden – was den Energieverbrauch noch einmal senkt. Allerdings sollten die Nudeln von Zeit zu Zeit mit einem Kochlöffel umgerührt werden, damit sie nicht am Topfboden anhaften. Es gibt sogar Rezepte für kurze Pasta (Penne, Makkaroni, Farfalle), bei denen so wenig Wasser verwendet wird, dass am Ende der Kochzeit nichts abgeschüttet werden muss, genau wie bei einem Risotto. Die gesamte Stärke bleibt so im Kochtopf und trägt zur Cremigkeit der Sauce bei.

Kocht man die Nudeln in einem normal grossen statt in einem hochwandigen Topf, trägt ebenfalls dazu bei, den Energieverlust zu vermindern. Denn die Topfwände aus Metall geben Wärme an die Umgebung ab, ähnlich wie ein Radiator.